Im Wetzlarbad muss „nur noch an ein paar Stellschrauben gedreht werden“


Freitagnachmittag, mitten in den Sommerferien. Der Parkplatz des neuen Wetzlarbades ist mit Autos zugepflastert. In der Bevölkerung wurde das neue Eupener Bad sehnsüchtig erwartet und nach der Eröffnung auch gleich ins Herz geschlossen.

Doch wie sieht es mit den Vereinen aus, die jahrelang am Stockbergerweg unter suboptimalen Bedingungen trainieren mussten? Wie vollzog sich deren Umzug? Und wurden die Klubs auch frühzeitig mit in die Planungen eingebunden?

„Der Wechsel hat ganz gut geklappt“, sagt der Präsident des Schwimmvereins Delphin Eupen (SVDE), Frédéric Marenne. Bereits frühzeitig hat der Klub seine Wünsche für das neue Bad im Ortsteil Hütte äußern dürfen und ist nicht auf taube Ohren gestoßen: „Ich muss sagen, unsere Vorschläge wurden auch weitestgehend erfüllt“, so Marenne weiter. Als das Wetzlarbad vom Konzessionär Lago vor zwei Wochen dann doch etwas plötzlich eröffnet wurde, setzten sich die zwei Sparten des Vereins, die Schwimmer und die Wasserballer, an einen Tisch, um die neuen Trainingsbedingungen zu besprechen. „Es müssen jetzt noch ein paar Stundenpläne angepasst werden, bevor es traditionell im September mit allen Trainingseinheiten losgeht“, erklärt Marenne und spricht dem Konzessionär sein Lob aus: „Christian Degavre und sein Team haben immer ein offenes Ohr.“

Die Wasserballer müssen zwar derzeit bei ihren Trainingseinheiten ohne Tore auskommen, aber die Spezialanfertigungen sind bestellt und sollen bald im Bad eintreffen. Außerdem müssen noch Netze angebracht werden, um die Terrasse vor den kräftigen Würfen der Sportler zu schützen. Nebensächlichkeiten, denn die Freude der Wasserballer überwiegt, da sie nicht nur zukünftig am Schwimmbeckenrand dank spezieller Halterungen Muskelaufbauübungen vollziehen können (Marenne: „Das gibt es sonst nirgendwo“). Sie verfügen auch – und das ist elementar wichtig -– endlich über ein großes, den internationalen Normen entsprechendes Wasserball-Feld, das seinen Namen auch verdient und ausreichend tief ist.

Alles rosig im neuen Wetzlarbad im Park Hütte? Nicht ganz.

„Im Großen und Ganzen muss also nur noch an ein paar Stellschrauben gedreht werden“, sagt Marenne und ist sich da mit Valerie Lemmens einig. Die Schriftführerin des Tauchklubs „East Belgium Divers“, dem rund 35 Ostbelgier angeschlossen sind und der sich vor zwei Jahren gegründet hat, sagt: „Natürlich gibt es bei solch einem Projekt immer Anfangsschwierigkeiten. So entstand zu Beginn ein kleines Abspracheproblem mit dem Lago-Bademeister, denn die Vereine haben die Möglichkeit, eigene Bademeister mitzubringen, die die Aufsicht gewährleisten. So spart man Kosten.“ Es sei allerdings eben eine Eingewöhnungsphase, die nicht die Freude über die neuen Möglichkeiten schmälern soll. „Natürlich wäre es schöner, wenn das gesamte Sportbecken (übrigens mit einer Oberfläche von mehr als 380 m², A. d. R.) eine Tiefe von drei Meter aufweisen würde, aber mit unserer Grube sind wir natürlich zufrieden. Zumal eine Treppe angebracht wurde, um das Material herbeizuschaffen. Nicht zu vergessen die Möglichkeit, endlich selber Prüfungen in Eupen abzunehmen“, sagt die Schriftführerin. Jene Tests waren im alten Eupener Bad angesichts der Tiefe des Beckens nicht möglich. Frédéric Marenne hat einen treffenden Namen für die alte Trainingsstätte gefunden: „Die Badewanne vom Stockbergerweg.“

Die hat auch der Eupener Triathlonverein gerne gegen das Bad in der Eupener Unterstadt eingetauscht. „Wir freuen uns über die Bedingungen vor Ort“, sagt Präsident Patrick Godesar, der ebenfalls bestätigt, früh in die Planungen miteinbezogen worden zu sein. Gehapert habe es seiner Meinung nach nur am Ende an der Kommunikation, denn der Verein war ab Juli (als am Stockbergerweg unwiderruflich das Licht ausging) ohne Trainingsstätte. „Wir haben uns mit Kelmis arrangiert und diese Unannehmlichkeit auch mit den Verantwortlichen schon angesprochen und aus dem Weg geräumt“, so Godesar, der gleichermaßen davon sprach, dass beide Seiten sich nun aneinander gewöhnen müssten.

Alles rosig im Park Hütte also? Nicht ganz. So merkt Frédéric Marenne an, dass es nun ein oder zwei Jahre Zeit brauche, um ein Fazit zu ziehen. Er sieht u. a. die Tatsache kritisch, dass Lago nun eine Schwimmakademie gegründet hat und dem Klub praktisch die Schwimmschule nimmt. Das reiße ein finanzielles Loch in die Kassen des Klubs. „Ich sehe ein, dass Lago das macht. Wenn die Kinder schwimmen können, haben sie die Möglichkeit, bei uns ihre Fertigkeiten zu verbessern. Ob uns das am Ende mehr oder weniger Mitglieder beschert, müssen wir in zwei Jahren sehen. Ob wir die finanziellen Einbußen durch mehr Sponsoren oder Subsidien oder anders auffangen, das gilt es jetzt noch zu klären.“

Die Verantwortlichen von Lago seien sich jedenfalls im Klaren darüber, dass zu einem Schwimmbad auch die Klubs gehören, so Marenne.

Lesen Sie dazu auch: Lago-Direktor: „Das Wetzlarbad ist ein Diamant, der noch geschliffen werden muss“