Der große Vorteil für die Nutzer der Einrichtung: Ein einziger Dienst begleitet die Klienten von Geburt bis in das Seniorenalter. Bisher war es so, dass Kinder mit Förder- und Therapiebedarf zunächst durch die Frühhilfe betreut wurden, spätestens mit sechs Jahren zum KITZ und häufig ab zwölf Jahren zum SPZ wechselten. Für Eltern fand Beratung oder Psychotherapie im SPZ statt (siehe „Hintergrund“). Jetzt gibt es einen Ansprechpartner für alle Altersklassen, sprich von der Geburt bis in das Seniorenalter. „Wir segeln jetzt unter der neuen Flagge BTZ“, freute sich Achim Nahl, therapeutischer Leiter des Dienstes bei der Vorstellung.
Nötig geworden war die Zusammenlegung der Dienste aufgrund der 6. Staatsreform, durch die die Zuständigkeit für das KITZ an die DG überging. DG-Gesundheitsminister Antonios Antoniadis (SP) bat die drei Dienstleister, ein Konzept für die multidisziplinäre Betreuung von Kindern und Jugendlichen von 0 bis 21 Jahren und ihren Familien zu erarbeiten. Nach zwei arbeitsreichen Jahren liegt das Konzept nun vor und wird in die Tat umgesetzt. „Und zwei arbeitsreiche Jahre dürften noch folgen, um alle Maßnahmen zu implementieren“, sagte Ullrich Deller, Präsident des BTZ. Durch die Fusion entsteht eine Einrichtung mit 40 Mitarbeitern und rund 1,9 Millionen Haushaltsvolumen, wovon 1,75 Millionen die DG übernimmt, den Rest die neun Gemeinden. Stellenabbau gab es nicht. „Der Herausforderung, zu so vielen Mitarbeitern gut und effizient zusammen zu arbeiten, wurde durch eine Neuordnung der Teams begegnet. Mitarbeiter von ehemals KITZ und ehemals SPZ finden sich in gemeinsamen Teams mit gemeinsamen therapeutischen Aufgaben wieder, und ihre Kompetenzen ergänzen sich gut“, so Achim Nahl.
Neben Psychologen und Ärzten gehören nun auch für das gesamte BTZ Ergotherapeuten, Logopäden, Psychomotoriker und Heilpädagogen zum Team. Die paramedizinischen Berufe waren bis dato fast ausschließlich im KITZ vertreten. Jetzt können sie auch für jugendliche Klienten angeboten werden.
Durch die Fusion werden sich die Wartezeiten für die Nutznießer aller Voraussicht nach verringern, auch wenn die Nachfrage steigt. Geplant sind beispielsweise Kindergruppen zu verschiedenen Problematiken oder aufsuchende Arbeit bei Senioren.
SPZ + KITZ = BTZ
Das SPZ wurde 1976 in Eupen eröffnet, damals noch unter anderem Namen. Sozialarbeiter, Erzieher und Psychologen boten unter der Leitung eines Psychiaters Beratung, Psychotherapie und soziale Begleitung an.
1978 eröffnete das SPZ eine zweite Niederlassung in St.Vith. Ab 1982 wurde das Angebot auf Kinder- und Familientherapie erweitert.
Die Zuständigkeit für das SPZ ging 1994 vom Föderalstaat an die DG über.
Das Kindertherapiezentrum KITZ wurde auf Privatinitiative 1997 in Eupen eröffnet. Ein Team von Psychologen, Logopäden, Ergotherapeuten, Psychomotorikern und Heilpädagogen bot mit der Unterstützung von Ärzten ein intensives Betreuungsprogramm für Kinder bis zwölf Jahren an, die fachliche Hilfe in mehreren Bereichen benötigten.
Besondere Aufgaben wurden die therapeutische Betreuung von Kindern mit Hörschädigung und mit autistischen Störungen.
2005 eröffnete das KITZ eine zweite Niederlassung in Elsenborn, die mittlerweile im Zentrum für Förderpädagogik in Bütgenbach untergebracht ist.
Als Rehazentrum wurde das KITZ vom Landesinstitut für Invaliden und Krankenversicherung (LIKIV) finanziert und beaufsichtigt. Die föderalen Richtlinien erschwerten die Arbeit im kleinen Einzugsgebiet der DG zunehmend.
2018 fusionieren das SPZ, und das KITZ zum BTZ, Beratungs- und Therapiezentrum. Die Frühhilfe hat an der Ausarbeitung des Konzeptes mitgewirkt.
Kontaktdaten
Für den Norden der DG: BTZ, Vervierser Straße 14 in Eupen, Tel.: 087/140180 Erstgespräche für Neuanfragen finden im Rahmen von offenen Sprechstunden statt (ohne Anmeldung), dienstags von 16.30 bis 17.30 Uhr und freitags von 9 bis 10 Uhr
Für den Süden: BTZ, Vennbahnstraße 4/6 in St.Vith, Tel.: 080/650065
Erstgespräche finden auf Termin statt und werden telefonisch über den Empfang vereinbart. Das Team für multidisziplinäre Therapie von Kindern bis 14 Jahren befindet sich bis auf Weiteres in Bütgenbach (Wirtzfelder Weg 6).
E-Mail: info@btzentrum.be, die Website (www.btzentrum) befindet sich im Aufbau.
