50 konkrete Ideen für Dörfer an einem Ausstellungsort

Über 160 Personen haben an der Ausstellung im Rahmen des Leader-Projektes „Neues Leben für unsere Dörfer“ mitgearbeitet, darunter 62 Architekturstudenten und elf Dozenten der Architekturfakultäten der Universität Lüttich und Aachen. Die Modelle und Pläne, die sie für Bauten in den drei Modellorten Elsenborn, Manderfeld und Wallerode erarbeitet haben, bilden das Kernstück der Ausstellung und stellen den größten Teil der 50 Ausstellungsstücke dar.

Den größten Themenbereich stellt das Wohnen dar.

Ausgangsbasis für die Arbeiten sind leerstehende oder wenig genutzte Gebäude, die durch Umbau oder Umnutzung neuen Schwung in die Dorfgemeinschaft bringen können. Unterstützt wurden die Studenten in ihrer Arbeit durch die Dorfgruppen, Gebäudeeigentümer und Experten aus verschiedenen Fachrichtungen. Dabei liegen Projekte zu den verschiedensten Themen auf dem Tisch. Im Bereich Dorfleben werden neben Einzelprojekten zu Dorfhaus, Dorfladen und Dorfcafé drei Entwicklungspläne mit unterschiedlichen Schwerpunkten und einer Vielfalt an Ideen ausgestellt: Wie können wir unsere Dorfgemeinschaft stärken, ist beispielsweise die zentrale Frage, die man sich in Wallerode gestellt hat. In Elsenborn stand die Frage im Mittelpunkt, wie die öffentlichen Plätze gestaltet werden können. Und in Manderfeld ging es darum, im Dorf Arbeitsplätze zu schaffen und leerstehende Gebäude wieder einer Nutzung zuzuführen. Zwölf der 50 Projekte sind dem Themenbereich Wohnengewidmet. Hier sind Modelle aus den Bereichen Familien-, Senioren- oder Mehrgenerationenwohnen zu sehen oder auch schlichtweg die Unterteilung in mehrere Wohneinheiten in einem Altbau. Auch wird gezeigt, wie man private und gemeinschaftliche Wohnbereiche miteinander verbinden kann.

Im Themenbereich Tourismus kann der Besucher von einer Sauna im Elsenborner Wasserturm träumen oder sich informieren, wie ein Altbau zu einem Gite oder einem Hotel umgebaut werden könnte. Im Bereich Landwirtschaft promovieren verschiedene Projekte regionalen Gemüseanbau oder Viehwirtschaft und Käserei, mal gekoppelt mit einem Restaurant, mal mit einem Lernbauernhof. Auch Projektvorschläge für Bürogemeinschaften sind zu finden. „Zu jedem der 50 Projekte gibt es ein Themenheft mit allen Materialien, Plänen, Texten, Fotos und ein Modell. Zudem gibt es eine Einschätzung von einem Experten, welches Potenzial die Idee hat, und ob die Umsetzung lohnenswert wäre“, erklärt Projektleiterin Marianka Lesser. Wichtig ist den Veranstaltern auch, dass nicht nur die Ideen gezeigt werden, sondern vor Ort auch konkret Beratung stattfinden kann. So richtet sich die Ausstellung an Gebäudeeigentümer, die nach einer neuen Nutzung für ihr – vielleicht zu groß gewordenes oder leer stehendes – Haus suchen und auch an Familien oder Paare, die sich eine Zukunft in einem Altbau vorstellen können.

Neues Beratungsangebot für Gebäudeeigentümer wird vor Ort vorgestellt.

Auch Dorfgruppen aus anderen Dörfern finden hier viele Ideen und konkrete Tipps.

Im Rahmenprogramm sind neben sechs thematischen Führungen und Fragestunden für Dorfgruppen einige besondere Angebote vorgesehen. Am Thementag Dorfentwicklung (27. Oktober) stellen sechs Organisationen und zwei Dorfgruppen verschiedene Unterstützungsangebote für Dorf- und Viertelsgruppen vor (16 Uhr).

Am Thementag Umbauen (28. Oktober, 15 Uhr) gibt die WFG Ostbelgien den Startschuss für ein neues, subventioniertes Beratungsangebot für Gebäudeeigentümer. In Zusammenarbeit mit acht hiesigen Architekten werden Beratungseinheiten für Eigentümer angeboten, die Ideen für die Zukunft ihres Gebäudes suchen und eine erste Vorstellung zu Umfang, Möglichkeiten und Kosten eines eigenen Umbauprojektes erhalten möchten. Der Vortrag „Finanzielle Vorteile beim Umbauen“ gibt am Sonntag, 28. Oktober, 17 Uhr, wertvolle Tipps, um beim Kauf und Umbau eines Gebäudes Geld zu sparen. Und am Familientag, 4. November, bietet die WFG Ostbelgien eine Ausstellungsführung für Kinder im Alter von neun bis 13 Jahren an, um mit dem Nachwuchs Zukunftspläne für die ostbelgischen Dörfer zu schmieden. Natürlich kann jeder Besucher die Ausstellung auch eigenständig in seinem Rhythmus erkunden. Die Dorfgruppe „Zesame für Walert“ versorgt die Besucher mit Getränken, Kaffee, Kuchen und Waffeln.

Bleibt zu sagen, dass auch der Veranstaltungsort, der Saal Feyen in Wallerode, selbst Teil des Projektes ist. Welche Zukunft für dieses Gebäude denkbar wäre und wie ein solches Gebäude sinnvoll isoliert werden könnte, können die Besucher ebenfalls herausfinden. (pf)

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