Auch in der Wallonie gibt es eine radikale Rechte



Faniel sieht zwar Unterschiede zwischen dem Norden und dem Süden des Landes. So sei der Nationalismus in Flandern vor allem „flamingant“, während er sich in der Wallonie insgesamt gegen den oder das „Andere“ richte. Gemeinsam sei aber beiden, analysiert der Politologe weiter, dass sie in den anstehenden Urnengängen eine Chance wittern, politisches Kapital im Sinne ihrer Ideen schlagen zu können.

Dementsprechend seien in der Wallonie viele kleine Splitterparteien unterwegs. Außerhalb dieser politischen Gruppierungen gebe es kaum nennenswerte Organisationen im rechten Spektrum. „Auf jeden Fall viel weniger als noch vor zehn Jahren“, so der Forscher. Und die seien extrem zersplittert. Diese Analyse teilt auch der Koordinator von  „Territoires de la Mémoire“, Julien Paulus. Laut ihm gibt es in der Wallonie, anders als in Flandern, keinen Zusammenhalt zwischen rechtsextremen Tendenzen. Wenn es zu Streit komme, gehe man lieber seinen eigenen Weg.

In Flandern hingegen sieht Paulus einen identitären Schirm, der aus dem Kampf für die flämische Sprache und Flandern entstanden sei. In der Wallonie habe man es eher mit klassischem Rassismus zu tun, so Paulus.

Auch gebe es in der Wallonie rechtsextreme Tendenzen an Universitäten nicht. Ganz im Gegenteil zu Flandern, wo die NSV (Nationalistische Studentenvereniging) immer noch präsent sei. Der Vlaams Belang (ex-Vlaams Blok) habe sich regelmäßig aus diesem Milieu rekrutiert. Ähnlich wie in Frankreich, würden diese Leute den geistigen, und die Vorbereitung auf den physischen Kampf verbinden.

Die betroffenen Parteien, vor allem die N-VA, aber auch die  CD&V, wollen mit eisernem Besen kehren, so war in den letzten Tagen zu hören. Bei der N-VA haben bereits vier Kandidaten für die Kommunalwahlen in verschiedenen Städten ihren Listenplatz geräumt, bei der CD&V einer. (os)

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