PFF-Abgeordnete geht auf Distanz zur Bildungspolitik in der DG

<p>Illustration: dpa</p>
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„In der Bildungspolitik hat es erneut Veränderungen gegeben – aber sind sie zielführend? Seit dem Maßnahmendekret vom Juni 2023 dürfen wir uns über eine Reform in den Grundschulen freuen, die den Begriff ‘Hausaufgaben’, pardon, „Schulaufgaben“ auf den Kopf stellt. Jährlich werden mit dem Maßnahmendekret Reformen in verschiedenen Bereichen der Bildungspolitik verabschiedet, grundsätzlich ist dies nicht verkehrt. Nach intensiven Gesprächen mit den betroffenen Akteuren des Sektors kommen wir zum Schluss, dass es dringend erforderlich ist, die bereits eingeleitete Hausaufgabenreform zu überdenken“, schreibt Shayne Piront.

Doch vorab sollte man sich die Frage stellen: Wozu dienen eigentlich Hausaufgaben? „Hausaufgaben sind kein Relikt aus längst vergangenen Zeiten. Sie sind ein unverzichtbares Werkzeug, um nicht nur das Wissen der Schüler zu festigen, sondern auch Schlüsselqualifikationen wie Eigenverantwortung, Selbstständigkeit und Zeitmanagement zu fördern.“ Hausaufgaben spielten zudem eine bedeutende Rolle als Unterrichtsergänzung, beispielsweise beim Vokabellernen, da das Beherrschen einer Fremdsprache nicht allein innerhalb einer wöchentlichen Schulstunde erreicht werden kann. Jetzt sollten die „Schulaufgaben“ größtenteils während der Schulzeit erledigt werden, so Shayne Piront: „Das mag auf den ersten Blick wie eine Entlastung für die Schüler wirken, aber wer kann diese zusätzlichen Aufgaben in den ohnehin dicht gedrängten Stundenplan integrieren? Lehrer haben nicht nur die Aufgabe, Wissen zu vermitteln, denn sie sind auch die pädagogischen Begleiter unserer Schüler. Sie fühlen sich jedoch überfordert und alleingelassen, und das aus gutem Grund.“

Denn nicht nur, dass sie die Zeit für die Aufgabenfindung und -betreuung nicht hätten, es fehle ebenfalls an ausreichendem Personal, um individuell auf die Bedürfnisse der Schüler einzugehen. „Dies zeugt von einem eklatanten Mangel an realistischen Umsetzungsmöglichkeiten. Auch besteht Enttäuschung auf Ebene der Kommunikation: Statt persönlicher Gespräche erfolgte die Informationsweitergabe über die Presse. Bildung verdient mehr Sorgfalt und Aufmerksamkeit, so z.B. die Umsetzung einer derart wichtigen Reform in einem einzelnen Dekret.“ Jedoch müsse diese überdacht und in enger Zusammenarbeit mit den Lehrern gestaltet werden, um tatsächlich positive Veränderungen zu bewirken. „Es ist höchste Zeit, das Chaos in der Bildungspolitik zu beenden und den Fokus auf das zu legen, was wirklich zählt: die Zukunft unserer Kinder“, schreibt Piront. (sc)

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