Jede Menge Gelbwesten in der blau-weißen Republik

<p>Immer wieder für eine Überraschung gut: Diese Privatgruppe aus Amel begeisterte diesmal mit ihrem Zirkus Ameletti.</p>
Immer wieder für eine Überraschung gut: Diese Privatgruppe aus Amel begeisterte diesmal mit ihrem Zirkus Ameletti.


„Die Gelbwesten dienen der Sicherheit“, erläuterten die aufmerksamen Zugordner des ausrichtenden Karnevalskomitees St.Vith. Die betreffenden Damen und Herren agierten ausgesprochen friedlich. Denn ihre vorrangige Aufgabe war es, die breiten Wagen und riesigen Traktoren zu flankieren, um sie bestmöglich vor den überaus zahlreichen Zaungästen in der blau-weißen Republik abzuschirmen.

Und auch Petrus hatte, allen düsteren Ankündigungen der Meteorologen im Vorfeld des Höhepunktes der fünften Jahreszeit zum Trotz, ein Einsehen mit den feiernden Karnevalisten. Es war grau, aber es regnete nicht. „Wir haben wirklich Glück mit dem Wetter gehabt“, bilanzierte sichtlich erleichtert und zufrieden gegenüber dem GrenzEcho Celestine Stoffels-Lenz, die Präsidentin des Karnevalskomitees St.Vith, wohlwissend, wieviel Arbeit in den Kulissen des närrischen Treibens von allen Akteuren geleistet wird. Und auch ansonsten lief alles reibungslos, vielleicht abgesehen von einem Sachschaden in der Startphase des Umzuges, als laut Angaben der Polizei in der Neustadt unglücklicherweise ein Kabel von einem Wagen gekappt wurde.

Es ist schon erstaunlich, welche Kreativität die Gruppen und die Wagenbauer alljährlich an den tollen Tagen sprichwörtlich an den Tag legen. Da wurde so manches klassische Thema modern umgesetzt. Und hier und da gab es auch Gesellschaftskritik. Jede Menge Ideen und handwerkliches Können steckten dahinter. Schöne Prunkwagen, rhythmische Tänze sowie Animation am laufenden Band. Das war in der Tat Straßenkarneval pur. Die Besucher genossen es. Da durften natürlich auch die drei Traditionsfiguren des St.Vither Karnevals nicht fehlen: Den Ahlen, de Ahl on de Peijas waren wie immer hoch zu Ross unterwegs. Am frühen Abend verlagerte sich dann das Geschehen in die Kneipen und ins Triangel, wo noch lange Party gemacht wurde.

Mit der Prinzenmesse in der Pfarrkirche hatte am Morgen der Karnevalstag in St.Vith begonnen. Dechant und Pfarrer Claude Theiss konnte die großen und kleinen Tollitäten aus Stadt und Land sowie viele weitere kostümierte Kirchenbesucher zum närrischen Hochamt begrüßen. Durchaus ernste Themen sprach der Priester in seiner in Reimform gehaltenen Predigt an. „Die Kirche muss vor ihrer eigenen Tür kehren“, meinte er etwa in Anspielung auf die aktuellen Missbrauchsskandale.

Eine Premiere ging dann beim Prinzenempfang der Stadtgemeinde St.Vith im Triangel über die Bühne, wo erstmals der neue Bürgermeister, Herbert Grommes, in Begleitung seiner Schöffenkollegen und des Ministerpräsidenten der Deutschsprachigen Gemeinschaft, Oliver Paasch, die Schlüssel der Macht an die Narrenherrscher überreichte: Ronny I. und Jan I aus St.Vith, Nicola I. aus Schönberg, Kevin I. aus dem Ourgrund sowie das Prinzenpaar Maxime I. und Jasmin I. aus Rodt.

Karnevalszug am Sonntag in St.Vith

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