Ogier ist Überflieger der Monte: Neuville auf Rang drei

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Thierry Neuville (Hyundai) liegt vorerst auf Platz drei der Monte. | Foto: Photo News

Sébastien Ogier begann die zweite Tagesetappe genau so, wie er den Donnerstagabend beendet hatte, mit einer Bestzeit auf der WP 3. „Wir hatten eine gute Fahrt”, so der Kommentar der meisten Piloten im Ziel dieser Prüfung, so auch von Thierry Neuville, der Vierter wurde. Derweil konnte Lokalmatador Sébastien Ogier seine Spitzenposition gegenüber seinen ärgsten Verfolgern weiter ausbauen.

Der Freitag bei der Rallye Monte Carlo führte die Teilnehmer in die französischen Alpen. Hier waren die Straßen durchweg trocken. Schnee lag höchstens am Fahrbahnrand. Doch von den Streckenspionen gab es hier und da den Hinweis, es würden feuchte Stellen vorherrschen. „Und da galt es, angesichts der kalten Temperaturen etwas vorsichtiger zu Werke zu gehen, um nicht eventuell von Glatteies überrrascht zu werden”, berichtete etwa Toyota-Pilot Takamoto Katsuta. Anderswo sorgten die Reste von Streusalz für etwas Rutschgefahr. Aber insgesamt waren die Rahmenbedingungen ausgezeichnet, zugegeben gar nicht typisch Rallye Monte Carlo, so wie früher oft der Fall. Und so hatten die Fahrer am Morgen im Servicepark am Hafen in Monte Carlo weiche und superweiche Slicks auf die Autos aufziehen lassen.

In WP4 war Seb Ogier erneut der Schnellste, dank einer beherzten Fahrweise. „Wir haben allerdings einen Ausfall des Hybridsystems zu beklagen”, ärgerte sich der achtmalige Monte-Sieger. Aber sogar die zeitweise fehlenden 130 PS des Elektro-Boosts, die die 400 PS des Verbrennungsmotor ergänzen, konnten den Toyota-Fahrer in seinem Elan nicht bremsen.

Der einzige Konkurrent, der dem aus Gap in den Hochalpen stammenden Lokalmatador das Wasser reichen konnte, war sein walisischer Teamkollege Elfyn Evans. Thierry Neuville konnte gegen die beiden Toyota-Rivalen nicht mithalten, verbesserte sich nach der dritten Prüfung immerhin auf den dritten Podiumsplatz. „Bei technischen Strecken wie dieser läuft es gut, besser jedenfalls als auf schnellen holprigen Abschnitten”, so lautete sein Fazit. In WP 5 das gleiche Bild: Ogier fuhr allen davon. Auch Elfyn Evans musste passen. Er handelte sich einen Reifenschaden hinten links ein und fiel folglich zurück: „Den Platten kann ich mir nicht erklären.” Neuville rückte somit auf Rang zwei vor, auch wenn er mit den Reifen haderte: „Die sind am Ende, das war gar nicht lustig.”

Der Rallyetross kehrte am Freitagmittag nicht zum Fahrerlager in Monaco zurück, legte aber einen Service in der Reifenwechselzone in Puget-Théniers ein, bevor die drei restlichen Prüfungen in Angriff genommen wurden. Bei Spitzenreiter Ogier funktionierte die Hybrid-Technik wieder, aber er ließ es lockerer angehen und überließ seinen Stallgefährten Evans und Rovanperä je einmal die Bestzeit: „Wir müssen nicht mehr alles riskieren.” Und Neuville stellte fest: „Wir tun, was wir können. Mehr ist leider nicht drin.” Er musste schließlich den zweiten Rang räumen: Gegen Toyota ist offensichtlich bei der Monte kein Kraut gewachsen.

Für Ford-Pilot Pierre-Louis Loubet, dem Nicolas Gilsoul aus La Reid den Aufschrieb vorliest, wurde die zweite Schleife zum bitteren Leidensweg, musste er sich doch nach einem Ausrutscher am Lenkrad regelrecht abmühen, ums ins Ziel zu kommen, so dass er im Klassement weit absackte: „Wir haben keine Servolenkung mehr.”

Noch nicht rund lief es ferner für die Neuzugänge bei Ford, Ott Tänak, und Hyundai, Esapekka Lappi. Und auch Dani Sordo (Hyundai) enttäuschte auf der ganzen Linie.

Zwischenstand nach acht von 18 Wertungsprüfungen:

1.Ogier (Toyota), 2. Rovanperä (Toyota) + 36,0, 3. Neuville (Hyundai) + 37,9, 4. Tänak (Ford) + 54,2, 5. Evans (Toyota) + 01:02,3, 6. Sordo (Hyundai) + 01:30,2, 7. Katsuta (Toyota) + 01:33,1, 8. Lappi (Hyundai) + 01:57,7, 9. Gryazin (Skoda/1. WRC2), 10. Rossel (Citroën/2. WRC2), 11. Lefebvre (Citroën/3. WRC2), … 18. Munster-Louka (Ford/10. WRC2), … 29. Loubet-Gilsoul (Ford) +11:33, … 32. Serderidis-Miclotte (Ford +13:40)

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