Heute würde man die Vereinnahmung des jahrtausendealten heidnischen Festes der Wintersonnenwende durch den christlichen Imperialismus, die bereits bei Ägyptern und Römern zelebriert wurde, wohl als „kulturelle Aneignung“ bezeichnen.
Das Solstitium, der Stillstand der Sonne auf seinem niedrigsten Stand im Winter (beziehungsweise höchsten im Sommer), und die geweihten, heiligen Nächte („Weihnachten“) etwa vom 22. bis zum 25. Dezember unserer Zeitrechnung, in denen es kaum mehr noch weniger Sonne gibt, bevor das Antlitz der Sonne wieder öfter unsere nördliche Halbkugel mit Wärme und Licht versorgt, sind solch' prägende Ereignisse für die Menschheit, dass eine „Kirche“ mit dem Anspruch, sie alle zu bekehren (indoktrinieren, unterjochen), nicht umhin konnte, auch dieses kulturelle Brauchtum, dieses Welterbe in ihrem Sinne zu pervertieren. Wenn also die Lichter an der ebenfalls heidnischen Tanne als immergrünes Symbol der Fruchtbarkeit und des Lebens unsere Herzen erhellen, sollte sich ein jeder daran erinnern, welches Privileg es ist, in unseren Breitengraden geboren zu sein, umgeben von den Liebsten, mit einem Dach über dem Kopf, Essen auf dem Tisch, in relativem Wohlstand, in Frieden und vor allem in Freiheit. Und in Säkularität, also in der Freiheit, nicht unter den Fittichen von Religionen zu stehen.
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