Lieber Lothar Klinges: Ich möchte mich für Dein sensibles Porträt des letzte Woche in Burkina Faso 91-jährig verstorbenen Priesters Joseph Meyers bedanken. Er war ein treuer väterlicher Freund, der seine geliebte Eupener Heimat auch in der Ferne nie vergessen hat. Immer wieder blitzten in seinen Schreiben detaillierte Erinnerungen oder Ausdrücke in Oepener Platt auf.
Umso mehr hat er darunter gelitten, wegen seiner bisweilen kritischen Äußerungen zuhause ins Abseits gedrängt zu werden. Ja: er war vielen braven Mitchristen ein tot zu schweigender Störenfried, doch durfte er es im hohen Alter als ehemaliger Engagierter in der „Ostpriester-Hilfe“ sowie als Gründer und Betreuer eines Heims für afrikanische Straßenkinder auch sein.
Pater Meyers gehörte noch jener dramatischen Priestergeneration an, die aus der unbehelligten Kirche der Vorkriegsjahre stammte, und eine für viele schmerzliche Lebenswende ertragen musste.
Er ist nicht daran zerbrochen. Seine Beterhände waren auch Anpackerhände. Bei den Kleinen und Armen hat er sein Leben „hingegeben“. Dort wollte er auch beerdigt werden, treu bis zuletzt.
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