„Meine Karriere war bislang ganz auf den Rallyesport ausgerichtet, doch seit längerem schon wächst in mir das Interesse für den Langstreckenrennsport“: Für Toyota bestreitet Sébastien Ogier in diesem Jahr nur noch ein Teilzeitprogrammn in der Rallye-WM und wechselt sich bei seinen Einsätzen mit dem Finnen Esapekka Lappi im Yaris Rally1-Hybrid ab, womit er zwangsläufig auf die Titelverteidigung verzichtet.
Mit den Japanern will er aber möglichst bald auch bei den berühmten 24 Stunden von Le Mans, dem Höhepunkt der Langstrecken-WM (WEC), antreten. Deshalb hat der Franzose bereits den Toyota GR010 Hybrid-Prototyp der Hauptkategorie Hypercar getestet. Doch er will nichts überstürzen: Somit wird im Lernjahr 2022 vorerst die zweite Liga , der WEC, die Klasse LMP2, seine Spielwiese sein: „Das ist die beste Möglichkeit, um Fortschritte in dieser Disziplin zu machen, mit dem Ziel, später das höchste Niveau zu erreichen.“
Sébastien Ogier ist einer der drei Piloten im Oreca-Gibson LMP2 des französischen Rennstalls Richard Mille Racing. Teamgefährten des Rookies sind die französische Nachwuchsfahrerin Lilou Wadoux (20), die 2021 den Alpine Europa Cup bestritt und dort Zweitbeste in der Juniorwertung war, sowie Landsmann Charles Milesi: Dieser ist mit 20 Jahren schon fast ein Routinier in der WEC, denn 2021 holte er mit dem belgischen WRT-Team den WM-Titel in der Klasse LMP2. „Ich bin mir der Tatsache bewusst, dass ich noch viel zu entdecken habe und Erfahrung auf der Rundstrecke sammeln muss“, blickt Sébastien Ogier zuversichtlich auf die anstehende Premiere: „Aber ich habe mich auch im Rallyesport immer schnell an neue Gegebenheiten anpassen können.“
Das Programm des Trios Loeb-Milesi-Wadoux umfasst die sechs Läufe der WEC, beginnend mit den 1000 Meilen in Sebring (USA) am 18. März. Dann geht es weiter mit den 6 h Spa-Francorchamps (7. Mai) und den 24 h Le Mans (11./12. Juni). Die restlichen Rennen werden in Monza (10. Juli), Fuji (11. September) und Bahrain (11. November) ausgetragen.
Ausgehend von diesem Kalender kann Sébastien Ogier nunmehr auch mit Toyota sein weiteres maßgeschneiderten Rallye-WM-Programm schnüren. Beim WRC-Auftakt 2022, der Rallye Monte Carlo, belegte er unlängst den zweiten Platz hinter Rekordweltmeister Sébastien Loeb (Ford). (hs)
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