Jedem, der sich meldete, wurde das Wort erteilt, womit ein Vorschlag des St.Vither Dechanten Claude Theiss aufgegriffen wurde, der so den Teilnehmern mehr Mitspracherecht bei den Lichterzügen verleihen möchte. Da applaudieren nicht funktioniert, wenn man ein Licht trägt, verständigten sich die Anwesenden auf einen Bravo-Ruf, wenn jemand die Hand hebt.
Die sich gemeinsam bewegenden Flammen der Lichterzüge sollen den Menschen und der Gemeinschaft Vitalität verleihen. „Nach der Dunkelheit, der Freiheitsenge, nach Leid und Schmerz, hat das Licht ‘Solidarität’ viele Menschen wieder befreit. Die Menschen haben Raum und Zeit zur Verfügung gestellt, die Welt erhellt“, sagte Initiator Georges Heck. Eine Teilnehmerin verglich den Lichterzug mit einer Sinnsuche.
Seit 2019 konnten die Muramba-Freunde über 40.000 Euro in eine Schulinfrastruktur in Muramba investieren, die jedem Kind eine warme Mahlzeit pro Schultag ermöglicht. Zu diesem Projekt gehört der Bau eines Esssaals mit angegliederter Küche für die Schule Nyabiho sowie die Übernahme der Lohnkosten für das Küchenpersonal und Gärtner für die Dauer von drei Jahren. Die auf 2.000 Meter Höhe gelegene Schule umfasst 700 Schüler von sechs bis 16 Jahren. Dabei handelt es sich um Kinder und Jugendliche, die am Rande der Hungersnot leben. Durch den Bau eines Speisesaals für 320 Kinder, einer Küche sowie das Anlegen eines Gemüsegartens und eines Raums für die Tierhaltung sei eine nachhaltige Nahrungskette entstanden, hob Heck hervor. Außerdem wurde der Kauf von 500 Hühnern, 50 Hähnen, drei Kühen und Saatgut zur Selbstversorgung der Bewohner von Nyabiho und deren Schulgemeinschaft bewerkstelligt. „Finanziert wurde dieser Ankauf durch eine Verkaufsaktion von Stofftaschen der Grundschule Kettenis, durch die wir 5.000 Euro erhielten“, erzählt Georges Heck, der selbst seit 53 Jahren in der Vereinigung mitmischt, die es seit 1955 gibt. Früher war sie vor allem für ihre Lumpen- und Papiersammlungen bekannt.
Doch die „Freunde von Muramba“ sind auch hier vor Ort in der Armutsbekämpfung aktiv. Im November startete das Projekt „In Würde beerdigt werden“. Bei Menschen, die in totaler Armut oder Einsamkeit sterben, wird eine kleine Gruppe eine Viertelstunde vor der Beerdigung mit Ansprache, Gesang, Musik und leichter Dekoration aktiv. Ab 2022 ist außerdem geplant, Menschen zu betreuen, die in Armut leben, indem man sie innerhalb von zwei Jahren 30 bis 40 Mal besucht.
Die vierte Auflage des St.Vither Lichterzugs startet am Donnerstag um 20 Uhr an der Bischöflichen Schule in der Klosterstraße und erreicht gegen 20.45 Uhr den Rathausplatz. Die Kollekte am Ende der beiden Lichterzüge kommt in diesem Jahr den Opfern der Flutkatastrophe zugute. Die „Freunde von Muramba“ kann man mit einer Überweisung auf das Konto der König-Baudouin-Stiftung unterstützen: BE 10 0000 0000 0404 mit dem Vermerk 128/3175/00024. Jede Spende ab 40 Euro ist steuerlich absetzbar. (hegen)

Kommentare
Kommentar verfassen
0 Comment
Sie müssen angemeldet sein, um zu kommentieren.
AnmeldenRegistrieren