Von der Flut des Wassers und der Solidarität in der Eupener Unterstadt

Die Zentrale der Deutschsprachigen Rotkreuzgemeinschaft gelegen in der Unterstadt Eupen ist so wie die Unterkünfte vieler Familien und Unternehmer durch die gewaltigen und schlammigen Fluten von Weser und Hill beschädigt und der Inhalt zum größten Teil zerstört worden oder auf Nimmerwiedersehen den Bach runtergegangen.

Als ich am Freitag nach der Überflutung zum ersten Mal die Räumlichkeiten unseres Sekretariates und Ausbildungszentrums an der Hillstraße betreten konnte, hatte ich nicht nur Wasser an den Stiefeln, sondern auch in den Augen. So wird es auch vielen anderen Menschen hier vor Ort ergangen sein.

Die Frage war: Wo fängst du an und wie willst du es schaffen, das Ganze wieder funktionstüchtig zu machen, damit wir als Rotkreuzzentrale anderen Menschen helfen können? Eine pure Verzweiflung kam in mir auf. Wir wollten in diesem Herbst 20 Jahre Gemeinschaftssekretariat an der Hill nach vorne bringen. Jetzt räumen wir auf.

Und dann kam die Flut der Hilfe: Familie, Freunde, Rotkreuzler, Nachbarn und so viele anonyme Helferinnen und Helfer standen plötzlich da und halfen im Schlamm, schmutzig bis über die Ohren oder mit einem Gepäck voll Essen und Getränke, aber immer mit einem aufbauenden Lächeln: Das wird schon wieder, wir helfen gerne.

Ich kann leider nur auf diesem Wege, all den Menschen danken, die in diesen Tagen vor Ort waren und eine immense Menschenkette der Solidarität aufgebaut haben: Privatmenschen, Unternehmer, Stadtarbeiter und selbst Betroffene. Euch allen vielen herzlichen Dank!

Mein besonderer Dank geht auch an die Jungs und Männer, die tagein und tagaus im Untergrund geschuftet haben, um die Keller zu entleeren und das ganze Elend im Schlamm, aber auch dies in den Gesprächen mit den Bewohnern erlebt haben.

Ich ziehe meinen Hut vor all diesen Menschen und bedanke mich im Namen des Roten Kreuzes.

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