Man kann Oswald Schröder zu seinem Kommentar über den „totgeschwiegenen Missbrauch“ nur gratulieren. Er macht deutlich, wieso die katholische Kirche auf einem Tiefpunkt ihrer Geschichte angelangt ist. Durch eigene Schuld hat sie ihre moralische Autorität verspielt und ist zur willkommenen Zielscheibe ihrer Gegner geworden.
Von Anfang an hat die Kirche viel Nachsicht gegenüber den Tätern in den eigenen Reihen geübt und kein oder kaum Mitgefühl für ihre Opfer gezeigt. Sie hätte sofort mit aller Härte durchgreifen müssen, als die ersten Fälle publik wurden. Statt zu vertuschen, hätte sie sich daran erinnern müssen, mit welcher Schärfe ihr Stifter den Missbrauch von Kindern gegeißelt hat.
Leider hört man dieses Jesus-Wort in der innerkirchlichen Debatte kaum: „Wer einen von diesen Kleinen, die an mich glauben, zum Bösen verführt, für den wäre es besser, man hätte ihm einen Mühlstein um den Hals gehängt und ins Meer geworfen.“ (Mk 9,42)
Kommentare
Herr Bauer, bei massenhafter Vergewaltigung von Minderjährigen durch pädophile Wiederholungstäter geht es nicht um zu viel "Nachsicht", sondern um abartigste kriminelle Mittäterschaft und unterlassene Hilfeleistung, bei Schutzbedürftigen noch dazu!
Und nein, ein unschuldiges Kind zu vergewaltigen oder solche unvorstellbaren Gewalttaten zu vertuschen ist kein "Sündenfall" - es ist kriminell.
Da 'ihre' Kirche die Täter und nicht die Opfer schützt, kann sie nur als kriminelle Vereinigung bezeichnet werden. Sie und jeder, der diese Kirche als 'seine' ansieht, ist also 'Anhänger' oder zumindest im Fanclub einer kriminellen Vereinigung.
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