Untragbares lässt sich nicht entschuldigen.
Den Judenstern und die durch „Arbeit macht frei“ in Wort gefasste unsägliche Nazi-Programmatik überhaupt mit der aktuellen Impfkampagne auf belgischer und internationaler Ebene in Verbindung zu bringen, ist ein wahrhaft unrühmliches Beispiel für solch Untragbares und Unentschuldbares.
Da hilft auch kein Rückgriff auf die eigene Familiengeschichte. Gerade diese hätte schon jeden Gedanken an solche Verknüpfungen im Keime ersticken müssen. Es sind auch längst nicht nur die Bilder, die schockiert haben. Schockierend, abscheulich und verächtlich sind vielmehr die Ansichten, die zu solchen Vergleichen führen.
Da hilft genau so wenig der Rückgriff auf alle möglichen und mitunter widersprüchlichen Kritikelemente, die den belgischen und internationalen Maßnahmen zur Eindämmung der Covid 19- Pandemie entgegnet werden.
Im Konzentrationslager Auschwitz, wo über dem zu trauriger Berühmtheit gelangten Eingangstor „Arbeit macht frei“ stand, wurden gemäß der Nazi-Programmatik Juden und Andersdenkende systematisch getötet.
Die Impfkampagne hingegen rettet Leben. Und sie trägt maßgeblich dazu bei, dass die aktuellen Lockerungen in unserem alltäglichen Leben für ganz viele Personenkreise und Sektoren überhaupt möglich sind.
Demnach sind die Impfkampagne und die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie eher verhältnismäßig als unverhältnismäßig. Und sie tragen noch ein anderes Gütesiegel: sie sind solidarisch!
Die beiden Impfzentren in Eupen und Sankt-Vith leisten hervorragende und vielfach anerkannte Arbeit. Hier werden bedeutende öffentliche Mittel zum Wohle der Allgemeinheit eingesetzt. Erfreulich viele Einzelpersonen und Personengruppen sehen das auch so und tragen zusätzlich noch durch ihre Impfbereitschaft zum Wohle der Allgemeinheit bei.
Das ist gelebte und konkrete Solidarität. Diese Solidarität führt letztlich auch dazu, dass ein gutes Leben für jeden wieder möglich ist. Beim Lesen der vielen Rechtfertigungen von Frau Baudimont bin ich einer Flut von Einzelinteressen begegnet. Das Element der Solidarität habe ich hingegen sehr vermisst…
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