Vielerorts gelten weiterhin Einschränkungen wie nächtliche Ausgangssperren oder anhaltende Schließungen der Innengastronomie. Für Geimpfte, Getestete und Genesene entfallen teils auch Testpflichten und Quarantäneregelungen. Ein Land gilt allerdings seit Kurzem wieder als Virusvariantengebiet. Ein Überblick:
FRANKREICH: In Frankreich haben seit rund einer Woche Außenbereiche von Restaurants sowie Kultureinrichtungen und Geschäfte wieder geöffnet. Sie dürfen unter Auflagen wieder Gäste und Kundinnen und Kunden empfangen. Ein negativer Corona-Test ist nicht notwendig. Es gilt landesweit eine nächtliche Ausgangssperre ab 21.00 Uhr. Reisen innerhalb des Landes sind erlaubt, auch die Hotels haben geöffnet. Die Zahl der Corona-Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner ist in den vergangenen Wochen stark zurückgegangen. Zuletzt lag sie landesweit bei rund 124.
Wer aus Europa nach Frankreich einreist, braucht in der Regel einen negativen PCR-Test, der nicht älter als 72 Stunden ist. Zusätzlich muss eine Erklärung ausgefüllt werden, in der Reisende etwa versichern, keine Covid-19-Symptome zu haben. Vorrechte für Geimpfte gibt es derzeit nicht.
ITALIEN: In dem Mittelmeerland lockert die Regierung weiter die Corona-Beschränkungen. Alle Regionen sind in die sogenannte Gelbe Zone eingeteilt. Dort haben unter anderem Fitnessstudios wieder geöffnet. Weiterhin gelten jedoch die Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung im öffentlichen Raum und die nächtliche Ausgangssperre ab 23 Uhr. So lange dürfen Bars und Restaurants im Außenbereich ihre Gäste bedienen. Die Menschen können außerdem Theater, Museen und Kinos besuchen.
Wer nach Italien einreist, muss ein negatives Corona-Testergebnis vorweisen können, dann entfällt die Quarantäne. Die Zahl der täglichen Corona-Neuinfektionen im Land ist merklich gesunken. Für Negativ-Getestete und Geimpfte gibt es bislang nur wenige Vorteile. In Südtirol wird ein Corona-Pass genutzt, der für den Zugang zu Theatern, Museen und Freibäder nötig ist.
NIEDERLANDE: Das öffentliche Leben normalisiert sich. Die Ausgangssperre ist abgeschafft, Geschäfte dürfen Kunden wieder empfangen und Gaststätten Gäste bedienen - allerdings nur draußen von 6.00 bis 20.00 Uhr. Fitnessstudios und Zoos sind wieder geöffnet, Prostituierte dürfen wieder Kunden empfangen. Verboten sind aber weiterhin alle Veranstaltungen mit Publikum. Museen, Kinos und Theater bleiben zu. Die Zahl der Neuinfektionen und der Patienten in Krankenhäusern geht deutlich zurück. Zur Zeit kommen auf 100.000 Einwohner etwa 147 Neuinfektionen in sieben Tagen.
Ausländischen Besuchern raten die Niederlande dringend von Urlaubsreisen ab. Wer dennoch kommen will, muss einen negativen Corona-Test vorweisen und sich für zehn Tage in Quarantäne begeben. Wenn ein zweiter Test erneut negativ ist, endet die Quarantäne. Geimpfte haben keine Privilegien.
PORTUGAL: Der ehemalige Corona-Hotspot weist inzwischen sehr niedrige Corona-Zahlen auf. Die 14-Tage-Inzidenz liegt derzeit bei nur knapp 48. Der Ausnahmezustand zur Eindämmung der Pandemie ging nach fünfeinhalb Monaten am 1. Mai zu Ende. Cafés, Bars und Restaurants sowie Kinos, Theater und andere Kultur- und Freizeitstätten dürfen seitdem auch an den Wochenenden bis 22.30 Uhr offen bleiben.
Besucher aus EU-Ländern mit einer relativ glimpflichen Corona-Lage dürfen zu touristischen Zwecken einreisen. Alle Besucher über zwei Jahren müssen aber weiterhin einen negativen PCR-Test vorlegen, der nicht älter als 72 Stunden sein darf. Vorteile für Geimpfte oder Genesene gibt es in Portugal noch nicht.
SCHWEDEN & NORWEGEN: Die Neuinfektionszahlen in Schweden gehören zu den höchsten Europas, Norwegen dagegen hat die Pandemie recht gut unter Kontrolle. Die schwedischen Maßnahmen - darunter eine Teilnehmerobergrenze für Veranstaltungen von acht Personen und die Schließung von Restaurants, Kneipen und Cafés um 20.30 Uhr - gelten vorläufig bis zum 1. Juni. Norwegen dagegen hat Mitte April den schrittweisen Rückweg aus den Maßnahmen begonnen.
Damit die Lage in Norwegen weiter gut bleibt, hat die Regierung in Oslo die Grenzen für Menschen aus dem Ausland praktisch geschlossen. Wer trotzdem einreisen darf - etwa, weil er Waren transportiert oder systemrelevante Funktionen erfüllt - für den gelten umfangreiche Test- und Quarantäneregeln. In Schweden ist all das lockerer. Ausländer müssen bei der Einreise einen negativen, maximal 48 Stunden alten Corona-Test vorweisen können. Die nationale Gesundheitsbehörde empfiehlt darüber hinaus, sich nach der Ankunft sowie noch einmal fünf Tage danach testen zu lassen und Kontakte für sieben Tage zu vermeiden.
SCHWEIZ: Binnen zwei Wochen wurden zuletzt pro 100.000 Einwohner 155 Infektionen gemeldet. Anders als andere Länder weist die Schweiz die Inzidenz über 14 Tage, nicht sieben Tage aus.
Der Urlaub in der Schweiz ist praktisch kein Problem mehr: Hotels, Museen, Läden, Theater, Kinos, Zoos und Freizeitparks sind geöffnet. Negative Corona-Tests sind zum Betreten nicht nötig. Nach den Restaurantterrassen dürfen ab kommender Woche auch wieder die Innenräume von Restaurants und Cafés geöffnet werden - alles mit Schutzkonzepten und begrenzten Personenzahlen pro Tisch. Ab 1. Juni gibt es auch Bewilligungen für die ersten Veranstaltungen mit bis zu 1.000 Besuchern im Freien und 600 Besuchern in Innenräumen.
Wer mit Auto, Bus oder Bahn anreist, muss sich elektronisch registrieren, bei Flugreisen ist ein negativer Coronatest nötig. Für Geimpfte wird das Reisen aber leichter: Sie brauchen sich vorerst nicht mehr zu registrieren. Geimpfte aus Risikogebieten brauchen nach der Einreise nicht mehr in Quarantäne.
SPANIEN: Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt derzeit bei 58. In einigen Urlaubsregionen wie den Balearen (circa 17), Valencia (etwa 14) oder den Kanarischen Inseln (etwa 38) ist die Situation noch entspannter. Der sechsmonatige Corona-Notstand ging vor mehr als zwei Wochen zu Ende, und viele Einschränkungen werden deshalb nach und nach aufgehoben. Seit Montag dürfen Besucher aus Ländern mit besonders guter Pandemie-Lage ohne jede Auflage in Spanien einreisen. Und schon bald, vom 7. Juni an, dürfen alle vollständig Geimpften ebenfalls ohne Corona-Beschränkungen ins Land. Es herrschen aber weiterhin einige Einschränkungen und Regeln wie teils begrenzte Öffnungen der Innenbereiche in der Gastronomie, Maskenpflicht auch im Freien und nächtliche Ausgangsbeschränkungen.
Die Einreise aus allen EU- und Schengen-assoziierten Staaten nach Spanien ist grundsätzlich möglich. Die Testpflicht für Einreisen aus einem Risikogebiet aus dem Ausland besteht aber weiter. Privilegien für Geimpfte oder Genesene gibt es in Spanien bisher noch nicht.
TÜRKEI: Trotz sinkender Fallzahlen gelten für Menschen in der Türkei immer noch Ausgangsbeschränkungen in der Nacht und an Wochenenden. Touristen sind davon aber ausgenommen. Laut offiziellen Angaben sind die Neuinfektionen in den vergangenen Wochen rapide zurückgegangen: Mitte April lagen sie noch bei zeitweise über 60.000, nun bei rund 8.000. (dpa/sc)

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