Französischer Ministerrat spricht über umstrittenes Napoleon-Gedenken

<p>Französischer Ministerrat spricht über umstrittenes Napoleon-Gedenken</p>
Illustrationsfoto: dpa

„Wir haben den Willen (und) den Ehrgeiz, unserer Geschichte ins Auge zu sehen“, sagte Regierungssprecher Gabriel Attal in Paris nach einer Kabinettssitzung. Dies schließe helle und dunkle Seiten mit ein.

Napoleon starb vor genau 200 Jahren auf der Atlantikinsel Sankt Helena. Bis heute spaltet der einstige Kaiser der Franzosen die öffentliche Meinung. Die einen sehen ihn als Reformer und Gründer wichtiger Institutionen wie der Notenbank Banque de France. Andere werfen Napoleon Bonaparte eine autoritäre Herrschaft und die Wiederherstellung der Sklaverei im Jahr 1802 vor.

Attal sagte, Macron werde Napoleon im weiteren Tagesverlauf würdigen. Geplant ist eine Rede im Pariser Institut de France - einer wichtigen Wissenschaftsvereinigung in der Hauptstadt. Danach soll es eine Zeremonie am Prunkgrab Napoleons im Invalidendom geben.

Rechtspopulistin Marine Le Pen hatte Macron vorgeworfen, Napoleon nicht angemessen zu würdigen. Der runde Jahrestag hätte „bedeutendere Erinnerungsfeiern“ verdient, denn Napoleon habe viel für das Land getan, sagte sie in einem Interview. Auf Twitter schrieb die Chefin der Rechtsaußenpartei Rassemblement National (RN/früher: Front National): „Die Berufung Frankreichs ist die Größe, das ist die Botschaft dieser 200-Jahr-Feier.“ Le Pen ist Macrons erfolgreichste und härteste politische Rivalin. (dpa/ab)

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