Impfkampagne nimmt weiter Fahrt auf

<p>Eine Spritze mit dem Impfstoff von Astrazeneca: Für dieses Produkt wurde die Altersgrenze herabgesetzt.</p>
Eine Spritze mit dem Impfstoff von Astrazeneca: Für dieses Produkt wurde die Altersgrenze herabgesetzt. | Illustration: dpa

So haben in den beiden Impfzentren in St.Vith und Eupen den offiziellen Angaben zufolge bisher 8,79 Prozent der Gesamtbevölkerung (über 18 Jahre) ihre zweite Spritze erhalten. Das ist landesweit ein Spitzenwert. Es folgt die Wallonische Region mit einem Wert von 6,81 Prozent, während Flandern mit 6,57 Prozent auf Rang drei folgt. Auf Platz vier kommt schließlich die Region Brüssel-Hauptstadt mit einem Wert von 4,68 Prozent. Der landesweite Durchschnitt liegt bei 6,51 Prozent beziehungsweise 748.048 Personen. Laut dem Direktor des Eupener Impfzentrums, Jérôme Michel, liegt die gute Rate vor allem daran, dass man beim Impfstoff von Pfizer/Biontech zu Beginn der Corona-Impfkampagne genau 21 Tage zwischen den Impfungen verstreichen ließ. Seit geraumer Zeit ist diese Zeitspanne vergrößert worden.

Eine weitere gute Nachricht: Die Impfkampagne im ganzen Land soll nächste Woche mit der Lieferung von 898.230 Impfstoffdosen einen weiteren Schub erhalten. Das erklärte Dirk Ramaekers, Leiter der Impftaskforce, am Samstag. Von den fast 900.000 erwarteten Dosen stammen 396.630 Dosen von Pfizer, 52.800 von Moderna, 386.400 von Astrazeneca und 62.400 von Johnson & Johnson. Es ist ferner noch nicht bekannt, wie viele Impfstoffe in den folgenden Wochen nach Belgien versendet werden, da der Lieferplan von Astrazeneca und Johnson & Johnson für Mai noch nicht bekannt ist. Der Impfstoff von Johnson & Johnson wird für alle Altersgruppen und der von Astrazeneca für Personen ab 41 Jahren verwendet. Auf diese Formel haben sich die verschiedenen Gesundheitsminister des Landes im Rahmen einer interministeriellen Konferenz am Samstagvormittag verständigt. Außerdem würden auch Schwangere auf die Liste mit höchster Priorität gesetzt, hieß es. Zu Beginn der Vorwoche hatte die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) zwar bestätigt, dass es einen möglichen Zusammenhang zwischen dem Impfstoff von Johnson & Johnson und einer Reihe von Fällen von seltenen Blutgerinnseln gibt. Doch laut EMA überwiegt der Nutzen des Impfstoffs das mögliche Risiko. Somit kann der Corona-Impfstoff des US-Herstellers Johnson & Johnson, der von der belgischen Firma Janssen entwickelt wurde und seit Samstag auch in den USA wieder voll eingesetzt wird, hierzulande uneingeschränkt gespritzt werden. Auch zum Impfstoff von Astrazeneca hatte die EMA eine Stellungnahme abgegeben. Trotz seltener Fälle schwerer Thrombosen seien die Vorteile in allen Altersgruppen höher zu bewerten als die Risiken. Obschon die EMA zuvor schon nach Prüfung von Fällen von Hirnvenenthrombosen festgestellt hatte, dass der Impfstoff uneingeschränkt verwendet werden könne, hatten einige Staaten die Impfung eingeschränkt und etwa nur Personen über 55 oder 60 Jahre damit geimpft.

Die Gesundheitsminister in Belgien, darunter auch DG-Minister Antonios Antoniadis (SP), haben nun am Samstagmorgen auf Grundlage verschiedener Analysen beschlossen, für Astrazeneca eine Altersgrenze zu belassen. Sie wird allerdings von 56 auf 40+ Jahre herabgesetzt. Das bedeutet also, dass auch 40-Jährige, die in diesem Jahr noch Geburtstag haben, mit Astrazeneca geimpft werden können. Antoniadis hatte bei der Konferenz zudem vorgeschlagen, die Impfung für Astrazeneca, ähnlich wie in manchen Bundesländern in Deutschland, für alle und ohne Priorisierung auf freiwilliger Basis möglich zu machen. Davon sah die Interministerielle Konferenz aber vorerst ab. Stattdessen setzten sie Schwangere ab sofort auf die Liste jener Personen, die prioritär (also in der aktuellen Phase 1B) geimpft werden sollen, wie auch Minister Antonios Antoniadis dem GrenzEcho bestätigte. Der Hohe Gesundheitsrat hatte zuvor eine entsprechende Stellungnahme abgegeben. Die am Samstag gefällten Entscheidungen ermöglichten der DG, weiterhin schnell zu impfen, meinte Minister Antoniadis: Es droht keine Verlangsamung der Kampagne mehr.“ (mv/sc/dpa)

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