Überwachungsstaat...?

Es geschieht schleichend. Staunend vernehme ich, dass es u.a. in Kelmis bereits vernetzte öffentliche Mülleimer gibt. Das Messen von Füllmenge und Temperatur spare menschliche Kraft und Kraftstoff, so der Umweltberater – hinzu komme das Problem des Vandalismus.

Sind 178 Sensoren-bestückte Mülleimer tatsächlich „billiger“ als herkömmliche Leerungen durch Gemeindearbeiter? Es geht ja um Anschaffung, Installation und Recycling, denn Sensoren gehören – mitsamt Batterien und als Elektroschrott – zum Sondermüll! Zudem hat der Hersteller Bankrott angemeldet! Das dicke Ende kommt wohl noch...

Sicher sind Vandalismus und illegales Mülleinwerfen ärgerlich – eine Kameraüberwachung geht m.E. jedoch zu weit! Wäre es nicht preisgünstig, sozial und effizient, Familien, die an der Armutsgrenze leben, Müllsäcke kostenlos bzw. preisreduziert zur Verfügung zu stellen? Wäre es nicht sinnvoll, die Präsenz von Gemeindeverantwortlichen zu erhöhen? Muss alles dem Diktat des „billiger“ untergeordnet sein und ist das alles verhältnismäßig? Braucht es bald sprechend-denunzierende Müllsäcke...?

Ähnliches gilt für die Polizeizone. Auch hier der oft gehörte Ruf nach mehr Kameraüberwachung – da, wo über Jahre Polizeipräsenz kaputtgespart wurde! Es kommt schleichend...! Damit es aber irgendwann kein böses Erwachen gibt, sollten wir als Zivilgesellschaft das Thema kritisch hinterfragen! Die Entwicklung hin zu schlimmen Überwachungsstaaten – wie in China und Dubai – sollte uns Warnung genug sein!

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