Es ist soweit, Weihnachten steht vor der Tür: Die Regierungen des Landes wollen die Bestimmungen nicht lockern, die Bürger sind die Einschränkungen leid und schon distanzieren sich gewisse Regierungsmitglieder (übrigens die, die die Beschlüsse vorher gutgeheißen hatten) von den Regelungen. Minister Antoniadis hat erklärt, dass er „sprachlos“ sei, die Maßnahmen für „unverhältnismäßig“ halte und er die Bürger nicht dazu aufrufen werde, sich an die Regeln der Kontakteinschränkung zu halten.
Politiker seiner Partei spenden Beifall. Mich selber wundert es nicht, wenn viele nicht mehr wissen, woran sie sich zu halten haben. Regeln verlieren an Sinn, wenn von oberster Stelle Zweifel geschürt werden. Die Verwirrung nimmt durch Oswald Schröders Leitartikel vom 2. Dezember nochmal Fahrt auf: Die vorgegebene Regelung des Konzertierungsausschusses zur Einschränkung der Kontakte zu Weihnachten sei „unmenschlich“, schreibt er. Deshalb sei Widerstand – auch durch einen Minister – legitim. Am 17. Oktober titelte Schröder allerdings: „Egal, wo gefeiert wird – das Coronavirus feiert mit“ und bezog sich dabei auf die tragischen Folgen einiger Kirmesfeiern in der Eifel. Markig schrieb er, dass am Ende der Kette jene infiziert werden, die man am meisten schützen müsse: die Menschen in den Risikogruppen. Über den Sinneswandel bin ich beeindruckt!
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