Der arme Voltaire wird in diesen Tagen des Öfteren zitiert, würde sich aber womöglich im Grabe umdrehen…, denn sein berühmtes Zitat (eigentlich aus der Biographie von E. Beatrice Hall / Wikipedia), „sein Leben für die freie Meinungsäußerung des anderen hinzugeben“, wird heutzutage oft nicht nur nicht richtig ausgelegt, sondern ebenso missbraucht!
Voltaires Denken folgte wohl eher der Maxime, dass jemand „vor Inbetriebnahme des Mundwerks sein Gehirn einzuschalten habe …!“ Demnach sinnierte er weder über platte Beleidigungen und Verleumdungen, noch über Hetze, Gehässigkeiten, undifferenzierte persönliche Angriffe, Rassendiskriminierung, Volksverhetzung und Verschwörungstheorien, sondern vielmehr über einen offenen, sachlichen und von Vernunft getragenen Diskurs!
Weltweit sind bisher 25 Millionen Menschen an Corona erkrankt, etwa 850.000 daran verstorben… Ein Vorschlag zur Güte: Coronaleugner*innen und „Coronagegner*innen unterschreiben eine einfache Erklärung (die an die jeweilige Krankenkasse einzureichen wäre), um ihren persönlichen Willen kundzutun, bei einer Corona-Erkrankung ausdrücklich auf medizinische Hilfe zu verzichten! Gut wäre zudem, wenn sie sich in der Öffentlichkeit - beispielsweise durch das Tragen eines Karnevalshütchens - kenntlich machen müssten, damit Menschen mit besonderem Risiko ausweichen könnten! Somit wäre allen gedient und das Gesundheitssystem würde entlastet. (Erst nach Einreichung der Erklärung dürfte die Maske gegen ein Hütchen getauscht werden!).
Kommentare
Gefällt mir sehr gut!
Sehr geehrter Herr Radermacher,
Im Allgemeinen konnte ich Ihre Leserbriefe rundweg unterzeichnen. Nun das!
Ich frage mich, wie Sie auf die Idee kommen, dass Voltaire seine Ansage in Ihrem Sinne, sprich „vor Inbetriebnahme des Mundwerks sein Gehirn einzuschalten …!“ verstanden haben möchte. Wäre dies der Fall, hätte seine Aussage keinerlei Bedeutung für mich, denn was ist besonderes daran, zu verlangen, dass Menschen keinen Unsinn reden sollen?
Dann machen Sie aus 25 Millionen Infizierten gleich 25 Millionen Kranke, und aus 850.000 Menschen, die mit oder an Corona gestorben sind, gleich 850.000 an Corona Verstorbene.
Ihren „Vorschlag zur Güte“ sollten Sie dann auch anderen „Unverantwortlichen“ unterbreiten. So sollten doch auch bitteschön Raucher, Alkoholkonsumenten, Schokoladenesser, nicht dreimal am Tag die Zähne putzende, Sonneanbeter, Sport-, Gemüse- und Obstmuffel, bei schlechtem Licht die Zeitung lesende, spät zu Bett gehende, bei ihrem prügelnden Ehemann bleibende, … doch auch ihre Arztkosten für Lungenkrebs, Leberzirrhose, Diabetes, Fettleibigkeit, Karies, Hautkrebs, Erkältungen, Kieferbruch, oder für den Augenarzt, ... selber bezahlen. Und ich denke, dass dank der fortschreitenden Digitalisierung die Überwachung all dieser „Unverantwortlichen“ in naher Zukunft wohl nichts mehr im Wege stehen dürfte.
Und wenn wir schon beim Thema Folgekosten für „unverantwortliches Handeln“ sind, sollte man vielleicht in Betracht ziehen, dass alle Befürworter jedweder Corona-Maßnahmen zur Kasse gebeten werden, wenn sich am Ende des Tages herausstellen sollte, dass weder Lockdown, noch Maskenpflicht, noch social Distancing die gewünschte Wirkung hatten, sondern im Gegenteil, sie die Herdenimmunisierung gegen das Corona-Virus derart verschleppt haben, dass, wie allseits befürchtet, die Grippe und Corona im Herbst/Winter (wieder) aufeinander treffen.
Stimmt, Erwin.
Man kann sie einfach nicht mehr ernst nehmen.
Guten Tag Herr Schmitz,
wenn ich mir manche Stellungnahme im Fernsehen anhöre, dann kommen mir hin und wieder schon Zweifel, ob die Befragten (Corona-Gegner*innen) tatsächlich ihr "Gehirn eingeschaltet haben..." - denn oft genug vernehme ich raus geschriene Beleidigungen und Drohungen ... - da ist gar nichts mit "Dialog." (Keine Sorge, Sie sind davon ausgenommen und es gab auch ruhige und faire Statements).
Ob nun 850..., 800... oder "nur" 512 Tausend an Corona verstorben sind ..., die Zahlen sprechen für sich (und jeder Todesfall ein Einzelschicksal). Damit haben Corona-Leugner*innen aber scheinbar kein Problem (oder können gut verdrängen), Hauptsache, man kann mal "irgendwie" Dampf ablassen. Und jede/r ist natürlich Expert/in! Frage: Ist auch den Corona-Toten gedacht worden?
Zu Ihrer Auflistung: Ich nehme beispielhaft nur mal die Raucher. Raucher geben in 99 % aller Fälle zu, darüber Bescheid zu wissen, dass Rauchen schädlich ist! Kein Raucher ist jemals auf die Idee gekommen, zu demonstrieren und zu behaupten, Rauchen sei gesund, unschädlich, usw... - und überhaupt seien das von irgendeiner Macht gestreute Fake News -auch sei bisher kein Mensch daran gestorben... Raucherlunge oder andere Folgeschäden sind als "Krankheiten" anerkannt. Sie verdrehen da - glaube ich - Ihre Argumente...
Hand aufs Herz, wir werden sowieso alle "zur Kasse gebeten." Auch bin ich kein "Befürworter aller Corona-Maßnahmen" - aber was mir noch bedeutend weniger gefällt, dass sind die antidemokratischen Kräfte, die am Werke sind und dass so viele "gutgläubige Demonstranten" keine Feingefühl (!) dafür entwickeln, wie brenzlig es künftig werden kann, wenn man mit Rechtsradikalen und anderen Antidemokraten und Verschwörern am gleichen Tag, am gleichen Ort demonstriert!
Fakt ist aktuell, dass die Infektionszahlen bei uns sinken (das liegt m.E. eher am Tragen der lästigen (!) Masken als am Demonstrieren).
Wir werden sehen.
Danke für Ihre Sachlichkeit!
Erwin Radermacher
Sehr geehrter Herr Radermacher,
Ihren Vorschlag an die Coronagegner und -Leugner ist weder witzig noch originell. Ich betrachte ihren Beitrag als "Buchstabensuppe". Diese können Sie gerne mit ihrem Geisteskollegen Dieter Leonhard auslöffeln. Ansonsten : Mops, bleib bei deinen Leisten !
Herr Schmitz, Bravo !
Mit freundlichen , kabarettistischen Grüßen, Joseph Michels
Werter Herr Michels,
manchmal sollte man einfach mal über seinen Schatten springen und sich mit Geschichte auseinandersetzen. Und dann wäre es noch bei einigen Zeitgenossen vonnöten, ein Gespür dafür zu entwickeln, was gesellschaftlich eigentlich vor sich geht...
Tucholsky-Lekt¨üre kann u.a. ebenfalls weiterhelfen!
Mit unsatirischem Gruß,
Erwin Radermacher
Ich bin auch kein Freund unnützer, übertriebener, unüberlegter oder widersprüchlicher Anweisungen. Wer sich aber selbst UND andere bei Großdemos ohne Schutzmaßnahmen in Gefahr bringt, zeigt sich in höchstem Maße unsolidarisch. Wer sich ganz bewusst in die Gefahr einer Ansteckung begibt (besser und anders DENKEN), sollte sich eigentlich auch nicht auf die Solidarität der Gesellschaft verlassen können. Freiheit ohne Empathie ist Egoismus!! Egoismus ist einfach, Empathie verlangt Anstrengung.
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