Zunächst bis 31. August: Maskenpflicht in NRW auch im Unterricht

<p>In NRW sollen die Schüler nach den Sommerferien wieder regulär unterrichtet werden - sofern es das Coronavirus erlaubt.</p>
In NRW sollen die Schüler nach den Sommerferien wieder regulär unterrichtet werden - sofern es das Coronavirus erlaubt. | Illustrationsbild: dpa

Nordrhein-Westfalen führt eine weitgehende Maskenpflicht an Schulen ein: An allen weiterführenden und berufsbildenden Schulen soll sie ab Ferienende bis zunächst zum 31. August sowohl im Schulgebäude als auch im Unterricht gelten. Das kündigte Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) am Montag in Düsseldorf an. Soweit Lehrkräfte den empfohlenen Mindestabstand von 1,5 Metern nicht sicherstellen können, gilt die Pflicht zur Mund-Nasen-Bedeckung auch für sie. Die Regelung läuft zunächst bis zum 31. August. Dann soll neu entschieden werden, ob sie verlängert wird.

An Grundschulen müssen die Jahrgänge 1 bis 4 im Schulgebäude und auf dem Gelände einen Mund-Nasen-Schutz tragen - nicht aber, wenn die Schüler auf ihren festen Plätzen im Unterricht sitzen. Die Pflicht, eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen, werde angesichts steigender Infektionszahlen ausgeweitet, sagte Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP).

Ausnahmen für die Maskenpflicht im Unterricht sind vorgesehen, wenn das Tragen „mit den pädagogischen Erfordernissen und Zielsetzungen der Unterrichtserteilung und der sonstigen schulischen Arbeit nicht vereinbar ist.“ Dann könne eine Schule „zumindest zeitweise oder für bestimmte Unterrichtseinheiten beziehungsweise in Prüfungssituation“ von der Pflicht absehen. Dann müsse aber der Abstand zwischen den Schülern gewahrt werden.

Die Schulen starten in NRW nach gut sechs Wochen Sommerferien nächste Woche Mittwoch wieder. Bislang gab es keine Maskenpflicht an den Schulen in NRW, sondern lediglich ein „Maskengebot“ - etwa in den Fluren und auf dem Schulhof.

Kurz vor dem Ferienende in sechs Bundesländern hatte sich Bildungsministerin Anja Karliczek (CDU) am Wochenende für eine Maskenpflicht in Schulgebäuden ausgesprochen. Mehrere Bundesländer wie Berlin, Bayern und Baden-Württemberg hatten das bereits angekündigt - allerdings bislang nur für Schulgebäude, nicht für den Unterricht. In Hessen und Sachsen liegt das im Ermessen der Schulen.

Ministerin Gebauer sprach am Montag selbst von einem sehr strengen Konzept. Das liege unter anderem daran, dass NRW als Flächenland besonders achtsam sein müsse. Den Schulen würden 1 Million Masken zur Verfügung gestellt. (dpa)

Kommentare

  • Interessant, Ihr Link, Herr Schmitz. Danke!

    Nun ist bekannt, dass Belgien, zumindest am Anfang (Wie ist es jetzt?) sehr großflächig gezählt hat, was die Todesfälle in den Alten- und Pflegeheimen anbelangt.

    Das ist uns insofern auf die Füße gefallen, als Belgien wohl noch lange überall in den entsprechenden Statistiken auf einem Spitzenplatz bleiben wird, was - für uns besonders einsehbar - in den deutschen Medien immer wieder erwähnt wird.
    Was sicher manchen Touristen abhält, in unser Land zu kommen.
    Wir waren vor einiger Zeit in Brügge:. überall gähnende Leere. Keine Spur von den sonst üblichen asiatischen Touristenschwärmen.

    Der SOIR macht folgende Rechnung auf: "Sur les trois mois étudiés dans cette analyse (du 1er mars au 31 mai), on recense 36.271 décès « toutes causes confondues » (soit près de 400 décès par jour). C’est 8.100 victimes de plus que la moyenne 2015-2019, soit une augmentation de la mortalité de 28,8 %, [...].
    Cette surmortalité démarre à la mi-mars [...], atteint un pic le 10 avril (jour où 674 décès sont recensés) puis finit par disparaître début mai."

    Das alles wird die Statistiker wohl noch länger beschäftigen., aber manche Leute haben schon jetzt ihre Meinung dazu und bezeichnen die ganze Sache als "Hokuspokus".

  • Sehr geehrter Herr Schleck,

    Der Unterschied zwischen Übersterblichkeit und Corona-Sterblichkeit wird vom Economist ganz anschaulich erklärt (https://www.economist.com/graphic-detail/2020/07/15/tracking-covid-19-ex...). So zählt Belgien z.B. zwischen dem 23. März und dem 7. Juni 2020 mehr Corona-Tote (9489 Tote) als die gesamte Übersterblichkeit (8210 Tote) hergibt. Demzufolge sind in Belgien mindestens 9489-8210=1279 Menschen MIT, und nicht AN Corona gestorben, ich sage „mindestens“, weil die Übersterblichkeit ja auch noch andere Gründe, wie COVID-19, z.B. Grippe, verschobene OPs und Artzbesuche, höhere Selbstmordrate, etc. haben kann.

  • Es wäre vielleicht angebracht, wenn Sie, Herr Schmitz, uns er Klären könnten, was Sie genau meinen mit Ihren Zahlen zur Übersterblichkeit im Vergleich zu denen des Worldometers.

    Hier noch ein Link zu einem "News-Ticker" über die USA, speziell zu dem konfusen Verhalten des Präsidenten (mal rin in die Kartoffeln mit Maske, mal raus aus die Kartoffeln ohne).
    Dagegen sind selbst unsere Politiker hier ein Musterbeispiel an rationalem Krisenmanagement.
    Neuester Clou: ein Impfstoff "noch vor den Wahlen". Kann durchaus sein, er möchte die ja am liebsten auf bessere Zeiten verschieben...
    https://www.merkur.de/welt/coronavirus-usa-trump-zahlen-tote-los-angeles...

    Noch was zur Maskenpflicht: Auch Paris hat jetzt eine:
    https://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.coronavirus-in-frankreich-...

    Es gibt auch gute Neuigkeiten: Neuseeland hat seit mehr als drei Monaten keine Neuinfektion verzeichnet. Allerdings wird dort jeder Einreisende rigoros in Quarantäne gesteckt, was bei der Lage dieses Inselstaates relativ leicht zu kontrollieren sein dürfte...
    https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/gesundheit/coronavirus/corona-p...

  • Sehr geehrter Herr Schleck,

    Ihr Link gibt Auskunft über die Zahl der Corona-Toten, sprich die mit oder an Corona gestorben sind. Die tatsächliche Übersterblichkeit ist aussagekräftiger, siehe https://www.cdc.gov/nchs/nvss/vsrr/COVID19/index.htm.

    Tabelle 1, Spalte 4 gibt Auskunft über diese Übersterblichkeit.
    1) Anfang April bis Mitte Mai gab es sehr viele Corona-Tote UND eine hohe Übersterblichkeit, bis über 40%.
    2) Seit Mitte Juni steigen die Infektionszahlen höher als im April, aber die Übersterblichkeit fällt kontinuierlich weiter bis auf 2% Mitte Juli.

    Dieser völlig andere Verlauf der „zweiten Welle“ wurde nicht nur in den USA, sondern auch in Schweden und nun auch in Belgien beobachtet.

  • Herr Schmitz, der erste Teil Ihrer Antwort geht an der Sache vorbei.

    Zum zweiten Teil:
    https://www.bfr.bund.de/de/kann_das_neuartige_coronavirus_ueber_lebensmi...
    (Stand 29.06.2020)

    Was die Maskenverweigerung betrifft, haben Sie neuerdings einen potenten Alliierten zurückgewonnen, nachdem dieser kürzlich das Tragen einer solchen als "patriotisch" bezeichnet hatte. Aber das war wohl ein einmaliger Ausrutscher durch zu viel CO2, nachdem er selber mal eine aufgesetzt hatte.
    https://www.t-online.de/nachrichten/ausland/id_88362976/usa-donald-trump...

    Die neuesten Zahlen dort: https://www.worldometers.info/coronavirus/country/us/

  • Sehr geehrter Herr Schleck,

    Der Vollständigkeit halber sollte nicht unerwähnt bleiben, dass die Probanden in fraglicher Studie jeweils neue Masken erhielten, die sachgemäß aufgesetzt und maximal 30 Minuten lang genutzt wurden. Ich vermute, dass Ihnen bei dem Gedanken, Ihr Chirurg hätte den ganzen Tag (bzw. die ganze Woche) ein und dieselbe Maske verwendet, nicht sehr wohl wäre, insbesondere wenn besagter Chirurg darüber hinaus seine Maske in etwa so "pfleglich" behandelte, wie Müller Lieschen ihre Alltagsmaske.

    Es sollte übrigens dringend untersucht werden, wie lange Viren auf einer durchfeuchteten Maske, ob auf dem Gesicht getragen, oder in der Hosen- oder Handtasche tagelang aufbewahrt, überleben. Denn umso effizienter eine Maske die Viren beim Aus- und Einatmen auffängt, umso stärker ist sie von Viren verseucht. Und diese Maske wird dann regelmäßig (z.T. erzwungenermaßen wie beim Toilettengang im Horeca-Sektor) mit den Händen angefasst, die dann wiederum alle möglichen gemeinschaftlich genutzten Gegenstände berühren, wie Türklinken, Handläufe, Haltegriffe und -stangen in Bussen und Metros, Fahrkarten, Salzstreuer, Stuhllehnen, Gläser, Flaschen, Besteck, Tastaturen von E-Zahlungsgeräten, Bargeld, Klobrillen, -spülungen und -bürsten, Wasserhähne, Gebetbücher, Waren im Supermarkt und Laden, Kugelschreiber bei Horeca-Registrierung, Brötchen und Brötchentüte, etc.

  • Nun, Herr Schmitz, mit Bestürzung habe ich gelesen, was Sie da über die chirurgischen Masken schreiben, die jetzt vielfach im Gebrauch sind und die zu „Kopfschmerzen, Schwindel, Hautrötung, Muskelzuckungen, kardialen Extrasystolen bis hin zu Panik, Krampfanfällen und Bewusstseinsstörungen“ führen können.

    Nun ist eine „chirurgische“ Maske ja wohl eine, wie sie die Chirurgen und deren Assistenz tragen. Vor ein paar Jahren musste ich mich gleich zwei Mal einer nicht ganz unbedeutenden Operation unterziehen.
    Nicht auszudenken, wenn der Chirurg damals Muskelzuckungen oder Krampfanfälle bekommen hätte, während er das Skalpell führte.

    Die von Ihnen verlinkte Dissertation datiert aus dem Jahre 2004. Man sollte doch hoffen, dass da inzwischen Abhilfe geschaffen wurde, um solche gravierenden Folgen zu vermeiden?
    Allerdings ist die Studie sehr vorsichtig in ihren Schlussfolgerungen, was sich im häufigen Gebrauch des Konjunktivs ausdrückt, und erwähnt auch nirgends diese gravierenden Nebenwirkungen.

    Es ist der Artikel im Ärzteblatt, aus dem Sie diese Aufzählung haben, wobei Sie leider folgenden entscheidenden Passus ausgelassen haben:
    „Nicht für jeden Menschen ist das Tragen einer Maske unbedenklich. Das gilt für alle Patienten mit einer symptomatischen und instabilen Angina pectoris und einer symptomatischen chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) beziehungsweise eingeschränkter Lungenfunktion. Bei starker körperlicher Anstrengung besteht bei ihnen die Gefahr der Hyperkapnie.“

    Das beruhigt mich dann aber wieder, da Chirurgen wohl eher selten unter derartigen Krankheiten leiden…

    Ein weiteres Zitat aus dem Artikel:

    "Coronaviren können durch Aerosole – schon über einfaches Sprechen – verbreitet werden und der Schutz beim Einkaufen und bei der Fahrt in öffentlichen Verkehrsmittel durch Masken ist berechtigt. Aber beim Spaziergehen im Wald mit wenig Menschen oder beim Sport ist das Tragen einer Maske eher gesundheitsschädlich als schützend.
    Am wichtigsten ist es, die Abstandsregelung einzuhalten. Dort, wo dies nicht möglich ist, oder die Gefahr besteht, dass diese willkürlich/zufällig gebrochen werden kann, sollte man die richtigen Schutzmasken tragen. Ein einfacher Mund-Nasen-Schutz, zum Beispiel Behelfsmasken, sind hierbei im Alltag ausreichend. FFP2/3-Masken machen nur für den direkten Umgang mit Infizierten Sinn."

    Diese Worte in Ihr Ohr und auch in das von Herrn Dr. Meyer...

  • Dass Masken, wenn überhaupt, nur einen sehr begrenzten Nutzen bei der Eindämmung einer Pandemie aufweisen, wurde bereits an dieser Stelle besprochen.

    Die chirurgische Maske, die man jetzt überall antrifft, führt darüber hinaus dazu, dass der Träger „Luft einatmet, deren CO2-Gehalt höher ist als derjenige, der umgebenden Raumluft. Dies wiederum führt zu einem Anstieg der Kohlendioxid-Konzentration im Blut des Trägers, welcher sich unmittelbar nach Anlegen der Operationsmaske zeigt“ (https://mediatum.ub.tum.de/doc/602557/602557.pdf). Diese erhöhte CO2-Konzentration im Blut kann zu Hyperkapnie führen, die sich durch „Kopfschmerzen, Schwindel, Hautrötung, Muskelzuckungen, kardiale Extrasystolen bis hin zu Panik, Krampfanfällen und Bewusstseinsstörungen“ bemerkbar macht (https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/112344/Nicht-fuer-jeden-ist-das-T...).

    Fazit: Der Staat zwingt die Bürger Dinge zu tun, die seiner Gesundheit und seinem Wohlbefinden abträglich sind, im Glauben (der auf sehr wackligen Beinen steht), dass dies einem höheren Zwecke dient.

    PS: Ich empfehle jedem, der wegen der Maske Kopfschmerzen erleidet, sich ein ärztliches Attest zu besorgen, dass er empfindlich auf hohe CO2-Konzentrationen im Blut reagiert.

  • Ach ja, die liebe Maske.

    Obwohl wissenschaftlich nur dort empfohlen, wo Menschen auf engem geschlossenem Raum anderen Menschen sehr nahe kommen, wie z.B. in Krankenhäusern auf Intensivstationen, zahlt man in Belgien inzwischen schon 250 € Busse wenn man ohne Maske am Rande des Meeres spazieren geht.

    Das das Tragen einer Mund-Nasenmaske auch gefährlich sein kann, nämlich dann wenn sie falsch benutzt wird, was bei fast allen Nicht-Medizinern der Fall ist, wird wohlweislich verschwiegen.

    Auch ein wenig beachtetes Einfallstor: die Augen. Wer es richtig machen will müsste auch eine gut sitzende Schutzbrille mit Seitenschutz tragen – wie auf den Intensivstationen.

    Die Steinzeug- und Porzelanindustrie dürfte es freuen wie offensichtlich es ist dass so viele Menschen (Politiker voran) wohl nicht mehr alle Trinkgefäße mit Henkel, die vorrangig für Heißgetränke verwendet werden, im Schrank haben.

  • Ist die Alltagsmaske epidemiologisch sinnvoll? Diese Frage ist heute, auch wenn Politiker gerne das Gegenteil beteuern, unter Wissenschaftlern sehr umstritten. Sogar diejenigen, die eine Maskenpflicht empfehlen, räumen ein, dass der Nutzen von Masken zwar wissenschaftlich plausibel, aber nicht erwiesen sei („The positive impact of public mask wearing on this is ‚scientifically plausible but uncertain‘“) und „dass hier dringend weiter zu forschen sei“ („further research is urgently needed here.“), siehe http://files.fast.ai/papers/masks_lit_review.pdf.

    Andere das Maskentragen befürwortende Wissenschaftler sprechen von einer Reduzierung der täglichen Anstiegsrate dank einer Maske um 0,9 (in den ersten 5 Tagen der Einführung) bis 2% (drei Wochen nach Einführung), (https://www.ucsf.edu/news/2020/06/417906/still-confused-about-masks-here...).

    Zu guter Letzt räumen die Autoren einer Studie zur Maskenpflicht (http://ftp.iza.org/dp13319.pdf) ein, dass in bestimmten Regionen Deutschlands diese möglicherweise die Infektionsrate befeuert hat, (siehe Seite 26). Übrigens kündigen diese Autoren in der Einleitung, mit deren Lektüre sich wohl die meisten Leser, ob Wissenschaftler oder Politiker begnügen, eine 40% Reduzierung der täglichen Infektionsrate an, was ja ganz toll klingt. In Wahrheit sagt die Studie auf Seite 19, dass eine Maskenpflicht die Zahl der täglichen Neuinfektionen lediglich um 0,23% bis 1,32% (in absoluten Prozentanteilen) verringert. Dieses Ergebnis deckt sich in etwa mit demjenigen der bereits erwähnten Studie.

    Wenn man bedenkt, dass der R-Faktor in Belgien seit dem 13. Juli bis Ende Juli täglich um 8% schwankte, hat man in etwa eine Vorstellung vom tatsächlichen „Nutzen“ der Maske, die die Anstiegsrate von einem zum anderen Tag um max. 2% zu senken vermag.

    PS: Bitte nicht vergessen:„Während des Tragens ist das Berühren des Mundschutzes, z. B. um dessen Sitz zu korrigieren, tabu.“ (https://www.apotheken.de/news/12935-mund-nasen-maske-sicher-anwenden).

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