Leben = Leben?

Vor 70 Jahren herrschte auf unserer Erde Trauer, aber auch schon eine Zeit des Aufbruchs. Es hatte viele Tote gegeben, zwar keine Covid 19 Tote aber Kriegstote. Ich habe auch zwei Onkel nie kennengelernt, weil sie jung, sehr jung, allein, ganz allein, weit, sehr weit weg von ihrer Familie ihr Leben lassen mussten. Aber es herrschte keine Resignation. So bin ich sehr froh und meiner Mutter sehr dankbar, dass sie mich ausgetragen hat. Dabei hatte ich noch großes Glück. Die Nabelschnur hatte sich um meinen Hals gewickelt, ich war sehr blau, und da muss wohl ein Teil meines Intellekts abhanden gekommen sein.

Ich habe nämlich momentan Schwierigkeiten, einiges zu verstehen. Politiker haben sich sehr eingesetzt, damit Covid 19 Patienten überleben konnten, und direkt danach wollen Politiker das Abtreibungsgesetz „verbessern“, damit Frauen noch länger die Möglichkeit haben, abtreiben zu lassen. Warum eigentlich? Sind diese Politiker traurig, dass sie nicht abgetrieben worden sind? Das kann ich mir auch nicht richtig vorstellen. Gibt es verschiedene Werte? Ist ein Leben mehr wert als das andere? Ich versteh es einfach nicht.

Dabei habe ich keine Schwierigkeiten, die Meinung anderer zu respektieren, denn es ist normal verschieden zu sein. Ich muss ja nicht mit den Meinungen anderer einverstanden sein und erwarte auch nicht, dass man mit meiner Meinung einverstanden ist.

Frau K. Jadin hat ihre Meinung zu dem Abtreibungsgesetz klar geäußert. Prima, da weiß jeder, wo er dran ist. Ich bin ganz und gar nicht ihrer Meinung und werde bei den nächsten Wahlen mich daran erinnern.

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