Herr Schröder, obwohl wir uns nicht erklären können, welches Ziel Sie mit der Veröffentlichung dieses Artikels verfolgten, möchten wir hiermit unsere Sicht der Dinge kurz erläutern. Während die Welt sich im Lockdown befand, um sich vor dem Virus zu schützen, sind wir täglich zur Arbeit gefahren. Dort haben wir die Bewohner gepflegt, sie umsorgt, ihnen die Hand gehalten wenn sie die Familie vermissten, wurden zu Frisören, haben geskypt, gekocht, geputzt und vieles mehr. Es wurde viel von uns abverlangt, und wir mussten unter erschwerten Bedingungen arbeiten, doch wir haben es - wie immer - mit viel Freude und Engagement gemacht. Als das Virus trotz aller Vorsichtsmaßnahmen ins Heim eingedrungen ist, haben wir nochmals alle Kräfte gebündelt, und unsere Einrichtung war nach einigen Wochen wieder virusfrei. Seitens der Direktion und der Heimleitung wurden wir immer bestens informiert, und die beschlossenen Maßnahmen wurden dem Personal stets mitgeteilt. Auch hat es nie an der nötigen Schutzkleidung oder an Desinfektionsmaterial gefehlt.
Unsere Vorgesetzten waren immer für uns erreichbar und haben uns unterstützt. Wir haben uns nie im Stich gelassen gefühlt. Auch den Familien der Bewohner gilt ein großes Dankeschön: Sie haben uns stets vertraut. Diese außergewöhnliche Situation war auch für die Familien gewiss nicht einfach, doch sie haben uns durch aufmunternde Worte gezeigt, dass sie hinter uns stehen und ihre Angehörige in guten Händen wissen. Wir alle haben unser Bestes gegeben und sind als Team noch stärker zusammengewachsen. Dies lassen wir uns von Ihnen, Herr Schröder, nicht kaputt machen! Es wäre jedoch vermessen, zu behaupten, dass alles glatt verlaufen ist: doch keine Fehler macht nur der, der nichts tut. Und wer ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein. Oder Herr Schröder!?
Kommentare
War die Zusammenarbeit mit den Vorgesetzten wirklich so perfekt? Warum wenden Angehörige sich an die Medien? So gross kann das Vertrauen nicht sein! War wirklich genug Hygienematerial vorhanden? Warum werden die Senioren sehr früh am Abend bettfertig gemacht? Und Personal ist doch wirklich genug da? Die Personaldecke in jeder Pflegeeinrichtung ist dünn. Keiner macht den Pflegenden einen Vorwurf. Es ist doch jedem klar, dass sich im Pflegebereich etwas ändern muss. Dieser Gefälligkeitsleserbrief war und ist nicht hilfreich!
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