Christine Mauel befragt Minister Jean-Luc Crucke zu Corona-Ausbruch am Lütticher Flughafen

<p>Die Zweigstelle von Swissport Cargo Service am Lütticher Flughafen</p>
Die Zweigstelle von Swissport Cargo Service am Lütticher Flughafen | Foto: belga

Wie aus einer Pressemitteilung hervorgeht, äußerte Christine Mauel ihre Besorgnis: „Ich habe gerade erfahren, dass auf der Ebene von Swissport Cargo in Lüttich ein neuer Coronavirus-Ausbruch festgestellt wurde. 21 von 50 Personen wurden positiv auf Coronavirus getestet. Insgesamt arbeiten allerdings zirka 200 Personen bei Swissport am Standort Lüttich. Alle konnten leider noch nicht getestet werden. Die Flugzeuge wurden zurzeit zu anderen Flughäfen umgeleitet und wichtige Mitarbeiter sind aufgrund dieser Situation nun abwesend. Dies ist umso schwerwiegender, als dies zusätzlich zur Insolvenz der noch heute unterhaltenen Aktivitäten in Brüssel-Zaventem erfolgt.“

Flughafenminister Jean-Luc Crucke wünschte sich in seiner Antwort eine vollständige Aufklärung dessen, was passiert sei: „Ich bat um die Übermittlung eines Berichts mit einem Brief, den ich unterschreiben werde, wenn ich von der heutigen Kommission ins Kabinett zurückkehre und der an den CEO gerichtet wird.“ Dieser sei seines Erachtens jedoch nicht für den Ausbruch verantwortlich: „Es scheint, dass eher interne Sicherheitsverfahren nicht eingehalten wurden. Wenn ein Bericht vorliegt, können wir diesbezüglich genauer sein.“ Seit dem Vorfall wurden die Corona-Schutzmaßnahmen am Flughafen Lüttich weiter verstärkt. Christine Mauel zeigte sich zufrieden, dass Minister Crucke die Probleme „immer sofort aufgreift. Schon beim Auftauchen des Virus Ende Dezember vergangenen Jahres habe man in Lüttich sofort reagiert, so die Regionalabgeordnete.

„Dieses gute Verantwortungsbewusstsein, das der Aufsichtsminister an den Tag legt, ist auch notwendig, denn es bestehen zahlreiche Flug- und Frachtverbindungen nach China. Seit kurzer Zeit besteht außerdem eine direkte Zugverbindung zwischen Zhengzou und Liège Airport“, erklärt Mauel. Angesichts des neuen Coronavirus-Herds auf einem Lebensmittelmarkt in Peking „müssen wir also weiterhin auch bei uns wachsam sein“.

Die parlamentarische Anfrage der Regionalabgeordneten war ursprünglich dem Bankrott von Swissport gewidmet. „Tatsächlich haben zwei Swissport-Unternehmen: Swissport Belgium und Swissport Cleaning Belgium, die am Brüsseler Nationalflughafen tätig sind, Insolvenz angemeldet, was mit einem Abbau von 1.500 Arbeitsplätzen einhergeht. Nur Swissport Cargo Services Belgium, mit Sitz in Lüttich-Bierset, setzt seine Aktivitäten fort. Hier sind zirka 200 Personen beschäftigt“, heißt es weiter.

„Nach Angaben des Flughafenministers ist die Lütticher Struktur autonom und unabhängig, sodass keine direkten Auswirkungen zu erwarten sind, mit der Ausnahme, dass einige Swissport-Mitarbeiter demnächst möglicherweise vom Standort Lüttich übernommen werden könnten, denn seit der Coronakrise ist das Aufkommen des Frachtverkehrs am Lütticher Flughafen um 30 Prozent gestiegen.“ Der Flughafen Lüttich müsse aufgrund der Anerkennung der WHO als internationales Drehkreuz zusätzliche und essenzielle sanitäre Aktivitäten verwalten, weshalb es unabdinglich sei, dass er funktionstüchtig bleibe.

„Der neu eingesetzte Verwaltungsrat von Liège Airport, den ich im Juli treffen werde, sollte sich dazu angeregt fühlen, eine Qualitätsanalyse bei seinen Stakeholdern vorzunehmen, vor allem bei Swissport. Das angeschlagene Unternehmen hatte von den Brüsseler Aktivitäten ausgehend einige Umstrukturierungs- und Expansionspläne angestoßen, die allerdings nie zu Ende geführt wurden. Dies könnte langfristig der Lütticher Einheit von Swissport schaden, und es darf nicht angehen, dass die Aktivitäten des Flughafens dadurch blockiert werden“, so Mauel.

Die Abgeordnete ist „froh, dass die Beschäftigung im Lütticher Becken vom Konkurs der zwei Swissport-Filialen in Brüssel ausgeklammert ist“, denkt jedoch, „dass der Zulieferer auf jeden Fall im Auge behalten werden muss und die Funktionalität von Liège Airport nicht beeinträchtigen darf. Der Standort ist in voller Expansion und wichtig für die Region“, so Christine Mauel abschließend. (red)

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