Europäisch oder egoistisch?

Ja, es mag sie geben, die unlogischen Folgen aufgrund der geschlossenen Grenzen. Aber eines hat uns die Coronakrise deutlich vor Augen geführt: Wie sehr die Globalisierung unser sozio-ökonomisches Gleichgewicht durcheinander gebracht hat. Dies gilt auch für den euregionalen Raum. Ist es deshalb wirklich vernünftig, die Grenzen so schnell wie möglich wieder zu öffnen? Genauer betrachtet haben 95 Prozent der Protestler eigentlich nichts anderes im Sinn, als zu ihrem gewohnten Leben und Einkauf-Gewohnheiten zurückkehren zu können. Insofern ist der Ruf nach einer schnellstmöglichen Grenzöffnung eigentlich nur der Ausdruck einer gescheiterten Integration und fehlgeleitetem Konsumverhalten. Andere warten einfach darauf, wieder in Aachen shoppen, oder ihr Lieblingslokal besuchen zu können. Insofern sehe ich alleine darin schon ein wesentliches Kriterium für die Grenzöffnung nicht erfüllt, da hierzulande die Restaurants und Cafés weiter geschlossen bleiben müssen. Andererseits: Was gibt es denn hinter der Grenze, was man hier nicht erhalten könnte? Ob die Coronakrise uns wirklich dazu bringt, anders einzukaufen und zu konsumieren? Sollten wir nicht die auferlegten Einschränkungen der Bewegungsfreiheit nutzen, uns nach einer alternativen, nachhaltigeren Lebensweise zu suchen? Einfach lokaler denken, handeln und leben? Wir könnten so unseren „Schlafstätten“ diesseits der Grenze endlich wieder ein echtes sozio-kulturelles Leben einhauchen und eine funktionierende Ökonomie zurückgeben.

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