Während in Belgien rückwärtsgewandt über die Einführung des Prosumertarifs lamentiert und damit der Ausbau privater Photovoltaikanlagen (PA) radikal ausgebremst wird, gehen andere europäische Kommunen einen mutigeren Weg! So hat die Stadt Waiblingen (D) bereits 2006 eine Solaranlagenpflicht für Neubauten eingeführt! Tübingen, Hamburg, Wien und weitere Städte wollen nachziehen. Gut zu wissen: Bei einem Neubau betragen die Mehrkosten für die Installation einer PA lediglich zwei Prozent der gesamten Baukosten. Berechnungen zufolge könnten so - beispielsweise angewandt auf Niedersachsen - 57 Gigawatt PA installiert werden. Kosten- und CO²-Einsparungen wären also immens.
Natürlich muss solch ein Vorhaben von rechtlich vernünftigen, nachvollziehbaren Ausnahmeregelungen flankiert werden. Würden allerdings die Weichen - auch bei uns - richtig gestellt, würden öffentliche, gewerbliche und private Neubauten technisch auf die solare Zukunft ausgerichtet, dann könnten hehre CO²-Ziele auch erreicht werden. Weitsichtig wäre gar denkbar, bestehende Riesendächer von Betrieben und Lagerhallen in Gewerbegebieten und von Kaufhäusern mit PA auszustatten - wobei Kommunen sich 1. beteiligen und 2. davon profitieren könnten. Das wäre doch mal was anderes, als das typische belgische Kopf-in-den-Sand-Stecken (siehe Prosumertarif). Ob und wann ostbelgische Gemeinden in dieser Frage politisch aufwachen - das ist hier die Frage!
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