Der Großauftrag werde „deutliche Vorteile für ansässige Fluggesellschaften und Logistikunternehmen mit sich bringen“, zitiert die Tageszeitung „L'Echo“ Luc Partoune, den Geschäftsführer des Lütticher Flughafens, in ihrer Dienstagausgabe.
Neben sieben weiteren Flughäfen in der ganzen Welt (Südafrika, China, Vereinigte Arabische Emirate, Äthiopien, Ghana, Malaysia und Panama) sollen vom Lütticher Luftfahrtdrehkreuz ausgehend jeden Monat etwa 100 Millionen medizinische Masken und Handschuhe, 25 Millionen Atemschutzmasken, Schutzkittel und Visiere sowie 2,5 Millionen Testkits verteilt werden. Dies geht laut dem Branchendienst „Stat Trade Times“ aus den Prognosen von WHO-Direktor Tedros Adhanom Ghebreyesus hervor.
Der Auftrag beläuft sich laut Flughafenleitung in einer Größenordnung von 280 Millionen Dollar (ca. 255,42 Millionen Euro, A.d.R.), allein für die Lagerung und den Transport der betreffenden Lieferungen. „Die Tatsache, dass wir rund um die Uhr einsatzbereit sind – was selten ist –, unsere Verarbeitungskapazität, die sehr gute geografische Lage und schließlich unsere sehr dichte Vernetzung“, habe den Ausschlag gegeben, mit dem Lütticher Flughafen in die Liste der WHO-Drehkreuze aufgenommen zu werden, freut sich Partoune.
Eine weitere gute Nachricht erreichte die Flughafenbetreiber im südlichen Landesteil am Dienstagnachmittag. Die Europäische Kommission teilte mit, dass sie den Aufschub der Zahlung der Konzessionsgebühren, die die wallonischen Flughäfen normalerweise in diesem Jahr an die Region hätten entrichten müssen, genehmige. Durch diese Maßnahme sollen die wirtschaftlichen Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie gemildert werden.
Es handele sich um die erste Anfrage dieser Art, die aus einem EU-Mitgliedstaat an die Kommission herangetragen worden sei, erklärte EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager. Die Kommission hatte vor einigen Wochen die Regeln für staatliche Beihilfen erheblich gelockert, um die Unterstützung der von der Krise betroffenen Unternehmen zu erleichtern.
Der Flughafen Lüttich (und auch der Flughafen Charleroi-Brüssel-Süd) hat somit die Möglichkeit, die Zahlung der Konzessionsabgaben für das Jahr 2020 aufzuschieben. Wie die Kommission festlegte, muss die Summe innerhalb eines Zeitraums von sechs Jahren gezahlt werden.
Der aufgeschobene Betrag beläuft sich für den Flughafen Lüttich auf 2,65 Millionen Euro, wie das Büro des zuständigen wallonischen Ministers Jean-Luc Crucke (MR) verlauten ließ. (belga/svm)

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