Verlängerung der Abtreibungsfrist

Die bisherigen Leserbriefe diesbezüglich haben mir aus dem Herzen gesprochen. Einige zusätzliche Überlegungen: Es hat für die Frauen (und Männer) ein gewaltiges mehr an Freiheit bedeutet, Sexualität und Lust er- und ausleben zu können, ohne zwangsläufig mit der Entstehung neuen Lebens rechnen zu müssen. Die Kehrseite der Medaille „Freiheit“ heißt aber nicht „Rücksichtslosigkeit“, sondern „Verantwortung und Verzicht“.

Es gibt die feministische Maxime „Mein Bauch gehört mir“. Dieser habe ich schon immer nur in beschränktem Maße zugestimmt. Nämlich dann, wenn sie bedeutet, dass ich als Frau das Recht habe, mich der Bestimmung zu entziehen, Kinder zu gebären. Dazu haben wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Fortschritt mir in Westeuropa die Möglichkeit gegeben. Ungewollte Schwangerschaften sollten in einer wirklich fortschrittlichen Gesellschaft demnach der Vergangenheit angehören.

Ist dies nicht der Fall, sollte die Gesellschaft (und demnach die Politik, die sie gestaltet) alles daran setzen, durch Aufklärung Fortschritte zu erzielen. Eine der Maßnahmen muss auch sein, die Fälle häuslicher Gewalt einzudämmen und das Selbstbestimmungsrecht der Frauen v.a. in Fragen ihrer Sexualität zu stärken. Den betroffenen Frauen gilt es zu helfen. Den von Herrn Pflips gewählten Begriff des „Seelennot-Rettungsgesetzes“ unterstütze ich. Eine fortschrittliche Gesellschaft schützt Leben, sie vernichtet es nicht.

Kommentare

  • Frau Peters, wie definieren Sie "Leben"?
    Ist ein außerhalb der Gebärmutter nicht überlebensfähiger Fötus ein "Leben"? Was ist mit Träumen und Hoffnungen, Aspirationen und Phantasie? Ein "Menschenleben", mit all dem, was wir uns allgemein darunter vorstellen?
    Bevor religiöse (meist männliche) Moralapostel den Frauen, den Müttern dieser Welt, vorschreiben wollen, was sie mit ihrem eigenen Körper zu tun und zu lassen haben, sollten sie sich einmal eingehend damit beschäftigen, was das "Leben" überhaupt ausmacht, bevor sie gebetsmühlenartig leere Phrasen vom "Schutz des 'Lebens'" posaunen. Keine Frau entscheidet sich gleichmütig sich zu einem Schwangerschaftsabbruch. Es ist schon ziemlich anmaßend und vermessen vor allem vorwiegend von "Gläubigen", Frauen immer wieder in die privatesten Entscheidungen hineinreden zu wollen, und - schlimmer noch - diese Entscheidungen und die Frauen, die sie schweren Herzens getroffen haben, als verächtlich darzustellen, wenn sie nicht kirchlicher Doktrin entsprechen. Religionen sollten angesichts der nicht nur jüngsten Vergangenheit in 'ethischen' Fragen den Ball besser einmal ganz flach halten...

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