„Gefährliche“ Meinungsfreiheit?!

Das Coronavirus birgt das Potenzial, die Gesellschaft zu solidarisieren. Es ist grundsätzlich ermutigend zu sehen, welche Opferbereitschaft für die gute Sache vorhanden ist. Allerdings birgt das gleiche Virus das Potenzial, die Gesellschaft zu spalten. Dafür sind die beiden Leserbriefe der Herren Radermacher und Wampach (GrenzEcho vom 21. März) ein Paradebeispiel. Beide werfen Joseph Meyer vor, dass er sich erdreistet, seine Meinung häufiger als andere öffentlich zu sagen. Luc Wampach glaubt darüber hinaus, im Namen aller Mediziner und Pfleger zu sprechen, wenn er behauptet, dass Joseph Meyer aufgrund seiner Aussagen Menschen gefährden würde. Werden nun alle Menschen, die am erzwungenen kollektiven Opferheldentum Kritik üben, bzw. zu dritt spazieren gehen, oder sich nicht jeden Tag 20x die Hände waschen, als Gefährder eingestuft? Übrigens, wo sind die Experten, die der Politik das Keulenargument „Menschenleben retten ist jedes Opfer wert!“ ins Ohr flüstern, wenn es gilt, die Überlebenschancen von Bootsflüchtlingen auf dem Mittelmeer oder sonst wo zu erhöhen?

Und dann lese ich gerade heute Morgen auf einem „seriösen“ Portal (Spiegel online), dass manche Virologen eine Ausgangssperre von 18 Monaten oder mehr empfehlen, bis ein Impfstoff verfügbar ist. Ich mache diesen Virologen keinen Vorwurf, aber spätestens jetzt erkenne ich als Laie, dass Virologen auch nur Menschen sind, die in ihrer eigenen Welt leben, und in dieser erfolgreich sein wollen.

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