Diese Krankheiten seien oft wenig erforscht, nicht anerkannt und/oder würden zu spät diagnostiziert. Patienten hätten also entscheidende Nachteile, im Vergleich zu denen, die an häufig auftretenden Krankheiten litten. In Ostbelgien komme hinzu, dass Patienten, die an einer seltenen Krankheit leiden, nur im benachbarten Ausland Hilfe finden. Deshalb sei das Projekt „EmRaDi“ ins Leben gerufen worden. Dieses Interreg-Projekt konzentriere sich auf seltene Krankheiten in der Euregio Maas-Rhein. Liesa Scholzen wollte wissen, inwieweit die DG in das Projekt involviert ist und ob Maßnahmen des belgischen Aktionsplans in der DG umgesetzt wurden.
Seltene Erkrankungen fallen in die Zuständigkeit des Föderalstaates, heißt es einleitend in der Antwort von Minister Antoniadis. Aufgrund der geringen Fallzahlen und der Vielfalt an Arten von seltenen Erkrankungen, gebe es in der Deutschsprachigen Gemeinschaft kein spezifisches Zentrum. Dennoch sei man sehr aktiv in der Sicherung einer wohnortnahen Gesundheitsversorgung. Das Interreg-Projekt EmRaDi sei ein wichtiger Schritt im Rahmen der grenzüberschreitenden Begleitung von Bürgern mit seltenen Krankheiten, so der Minister. Mit der christlichen Krankenkasse Verviers-Eupen habe man außerdem einen wichtigen Partner, der direkt in dieses Projekt involviert sei. Bereits 2018 habe es einen Austausch zur möglichen Teilnahme und Zusammenarbeit mit dem Uniklinikum Aachen mit EmRaDi gegeben. Die Zusammenarbeit sei nicht weiter vertieft worden, da die hiesigen Krankenhäuser sich zunächst auf die nationale Krankenhausreform und die Bildung von Krankenhausnetzwerken konzentrieren mussten.
In Zukunft werde man aber alles tun, um bei Bedarf die grenzüberschreitende Versorgung bei seltenen Krankheiten zu gewährleisten. (um)
Kommentare
Kommentar verfassen
0 Comment
Sie müssen angemeldet sein, um zu kommentieren.
AnmeldenRegistrieren