Fast 25.000 Frauen in der Provinz Lüttich leiden an Endometriose – Kampagne gestartet

<p>Starke Schmerzen im Unterleib kurz vor oder während der Monatsblutung, können auf eine Endometriose hindeuten.</p>
Starke Schmerzen im Unterleib kurz vor oder während der Monatsblutung, können auf eine Endometriose hindeuten. | Foto: Christin Klose/dpa-tmn

Unter dem Slogan „Des règles qui font mal, ce n’est pas normal!“ (zu Deutsch: „Menstruation, die wehtut, ist nicht normal“) wird diese Sensibilisierungskampagne für Endometriose am 23. März in der Provinz Lüttich im Rahmen des Festivals „ImagéSanté“ auf einer Konferenz mit dem Titel „Comment vivre sa vie de femme avec l’endométriose ?“ (zu Deutsch: „Wie lebt man als Frau mit Endometriose?“) gestartet.

Um ein breites Publikum zu erreichen, sowohl junge Mädchen und potenziell betroffene Frauen und ihre Familien und Freunde als auch Allgemeinmediziner und Gynäkologen, wird die Kampagne zudem ab dem 30. März, dem Welttag der Endometriose, Poster und Videos in den sozialen Netzwerken verbreiten.

Hauptursache für Unfruchtbarkeit bei Frauen

Die Endometriose ist eine gynäkologische Krankheit, von der jede zehnte Frau im gebärfähigen Alter (16 bis 50 Jahre) betroffen ist, d. h. 180 Millionen Frauen weltweit und fast 25.000 in der Provinz Lüttich. Laut dem Hohen Gesundheitsrat ist sie die Hauptursache für Unfruchtbarkeit bei Frauen in der Welt. Die Erkrankung ist in der Gesellschaft jedoch wenig bekannt oder wird schlecht wahrgenommen. Die ersten Symptome sind starke Menstruationsschmerzen. Sie sind auf das Vorkommen von Gebärmutterschleimhaut (dem Endometrium) ähnlichem Gewebe außerhalb der Gebärmutterhöhle während des Menstruationszyklus zurückzuführen. Das kann zu Läsionen, Zysten und Knoten in der Bauchhöhle führen.

„Es handelt sich um chronische Beckenschmerzen, die nicht immer auf die Periode beschränkt sind. Weitere Symptome können Harn- und/oder Verdauungsstörungen, Schmerzen beim Stuhlgang oder Geschlechtsverkehr sein. Die Endometriose ist für fast 50 Prozent der Unfruchtbarkeit bei Frauen verantwortlich“, sagt Pierre-Arnaud Godin, Leiter der gynäkologischen Abteilung am CHC. Seine Kollegin am CHR, Michelle Nisolle, fügt hinzu, dass bei einer Frau, deren Mutter an Endometriose erkrankt ist, die Chance, dass sie daran auch erkrankt, siebenmal höher ist.

Häufig wird den Patienten neben der medizinischen Behandlung auch eine psychologische Nachsorge angeboten. „Meine erste Periode hatte ich mit 11 Jahren. Es war sehr schmerzhaft, ich erbrach mich, ich wurde ohnmächtig und litt an schwerer Dysenterie (entzündliche Erkrankung des Dickdarms, A. d. R.). Die Schmerzen waren grauenvoll, vor, während und nach meiner Periode“, sagt eine an Endometriose erkrankte Frau: „Ich habe sogar über Selbstmord nachgedacht, denn es ist schwer auszuhalten. Man glaubt uns nicht, man sagte mir, es sei psychologisch bedingt oder ich sei magersüchtig. 15 Jahre lang habe ich gelitten, aber seit ich operiert wurde, lebe ich wieder“. (belga/alno)

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