Religionsunterricht

Ich verfolge seit einiger Zeit dieses Hin und Her zur Debatte „Religionsunterricht abschaffen, ja oder nein?“. Da ich noch zwei Kinder habe, die schulpflichtig sind, liegt diese Entscheidung unserer Politiker mir schon am Herzen, ob der Religionsunterricht weiterhin erteilt wird oder nicht. Ich sehe das nämlich nicht als normalen, allgemeinbildenden Unterricht, was auch in einigen Diskussionen verwechselt wurde. Ich gehöre keiner Partei an, doch durch solche, wie ich finde, dummen Fragestellungen von Frau Weykmans, kann ich für mich entscheiden, dass diese Partei meine Sympathien nicht für sich erwecken wird.

Der Grund meines Schreibens ist jetzt aber, dass Sonntag im St.Vither Gottesdienst darüber gesprochen wurde, und der Pastor alles verallgemeinerte. Er meinte: „Ihr habt die Leute ja gewählt, die darüber entscheiden“. Er hat wohl nicht erwähnt, dass unser Schulminister Harald Mollers für den Weitererhalt des Religionsunterrichtes ist. Also haben wir schon richtig gewählt!

Kommentare

  • Frau Wagner, da drehen Sie dem Minister aber ziemlich die Worte im Munde herum... Er hat nicht gesagt, dass er "für den Weitererhalt" ist, sondern - zurecht - lediglich darauf hingewiesen, dass in dieser (Verfassungs-)Frage nicht die DG sondern der Föderalstaat zuständig ist.
    Die Haltung von ProDG in der Frage halte ich zudem für halbherzig und scheu: nur des lieben Friedens willen keine Debatte anstoßen, um nicht den Religionsstreit der 1950 wieder zu entfachen? Angesichts der gesellschaftlichen Veränderungen und der massiven Abkehr von Religionen ist die Debatte eigentlich längst überfällig. Religiöse Überzeugen zu lehren ist nicht Aufgabe der Schule, sondern der Kirche.
    Man solle die Debatte nicht "ideologisch" führen halte ich ebenfalls für ein schwaches Argument: Was ist denn Religion, wenn nicht eine Ideologie? Warum werden anderen Ideologien (beispielsweise auf politischer Ebene: Sozialismus, Liberalismus und Konservatismus) keine eigenen Unterrichtsfächer eingeräumt?

  • Dass die Fragestellung von Frau Weykmans nicht so „dumm“ sein kann, wie Sie meinen, zeigt - nur wenige Kilometer von Ihrem Wohnort entfernt - das luxemburger Beispiel. Dort wurde vor 3 Jahren der Bekenntnis-Religionsunterricht an den Schulen durch einen Werteunterricht ersetzt. Den gleichen „dummen“ Vorschlag unterbreiteten kurze Zeit später auch 3 katholische (!) Religionsinspektoren in der Französischen Gemeinschaft mit dem Hinweis, sich nicht an überholte Verfassungsauflagen zu klammern.

    Auch in der DG verstecken sich die meisten Parteien und Politiker hinter formaljuristischen Hürden und sind wohl eher von wahltaktischen Überlegungen geleitet, um der aufgeworfenen Frage auszuweichen. Niemand hat bisher auf die Frage geantwortet, was an einem gemeinsamen Werteunterricht (der selbstverständlich auch Religionskunde beinhaltet) falsch sein kann.

    Wer behauptet, nur im nach Konfessionen getrennten Bekenntnis-Religionsunterricht ließen sich Werte vermitteln, sollte sich einmal kritisch mit der Religionsgeschichte und offenbarten Texten auseinandersetzen. Eine kohärente nachvollziehbare Werte- und Morallehre, die den ethischen Ansprüchen im 21. Jahrhundert genügt, ist dort jedenfalls nicht zu finden. Im Gegenteil. Mit göttlich inspirierten Schriften, Mythen und „Metaphern“ lässt sich alles und das Gegenteil davon rechtfertigen. Auch Hass, Neid, Gewalt, Mord und Völkervernichtung. Und genau so wurde es 2000 Jahre auch gehandhabt.

    Warum sollte dies von staatlicher Seite noch gefördert werden?

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