Brief an den König

Wie ich aus gut gefütterter Quelle weiß, haben Sie so langsam die Lust am Regierungsbilder-Ernennen verloren und würden am liebsten mal mit der Madame Urlaub machen in einer stabilen Monarchie: in Lesotho, Tonga oder Swasiland. Ehe Sie aber den Handschuh werfen, würde ich den ganzen Laden auflösen und an die Nachbarstaaten verscherbeln oder verschenken. Klar schimpfen da ein paar Dutzend Politiker und Beamte, aber die sind nun wirklich in der Minderheit. Das Departement Picardie will schon seit Langem die Wallonie schlucken, vor allem das wild-romantische Hügelland um Charleroi.

Die Niederländer haben nie auf Flandern verzichten wollen, und angesichts des steigenden Meeresspiegels hätten sie sicher nichts dagegen, ein paar Quadratkilometer Ausweichüberschwemmungsland zu erhalten. Brüssel könnte so was wie Neutral-Moresnet werden. Oder Singapur. Oder Hongkong. Sie könnten mit Ihrer Frau, den Kids und einem Teil der Restfamilie im Schloss Laeken bleiben. So viel Kulanz muss sein. Papa und Paola kämen im Stadtpalästchen unter mit Rentner-gerechtem Blick auf den Brüsseler Stadtpark. Voila! Und die Quertreiber Laurent, Claire mit Nachwuchs und meinetwegen noch Delphine Boël und Bouli Lanners zögen ins königliche Jagdschloss von St. Hubert. So einfach ist das alles. Man muss nur wollen!

Ach ja, Ostbelgien hätte ich fast vergessen: Die Eifel wird wieder zur Großeifel, das Eupener Land klebt sowieso schon immer an Aachen. Dann bliebe nur noch Kelmis. Darüber könnte man ja dann noch verhandeln. Ein Untertan grüßt pragmatisch, blaublütiger Hühnergraf aus Ostbelgien.

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