Ältere Mitbürger erinnern sich wahrscheinlich noch an die Cera-Logos, die es früher in fast jeder größeren Ostschaft der Ostkantone gab. Heute sind diese Logos verschwunden, in den Hauptorten der DG haben die früheren Cera-Niederlassungen KBC-Filialen Platz gemacht. Die Cera gibt es aber noch, und sie ist auch in Ostbelgien nach wie vor aktiv. Ganz abgesehen davon, dass mit über 20 % der Anteile nach wie vor der größte Anteilseigner der KBC-Bank ist.
Cera steht für Centrale der Raiffeisenkassen, für genossenschaftliches Zusammenarbeiten nach dem Modell des Sozialreformers Friedrich Wilhelm Raiffeisen, der im Landkreis Altenkirchen, gar nicht so weit von der belgisch-luxemburgischen Grenze, den Grundstein für die Selbstorganisation von Landwirten legte. In Belgien ist die Cera auch heute noch, mit fast 400.000 Teilhabern, die größte Genossenschaft. 45 regionale Komitees bilden die Basis. Das ostbelgische Komitee ist, mit knapp 6.000 Teilhabern, einem Bevölkerungsanteil von 7,7 % also, der fünftstärkste regionale Verband. Peter Ortmanns, Werner Kalff und Erich Schröder sind die Speerspitze des „Beratenden Ausschusses“ in Ostbelgien. Insgesamt ist man mit rund 20 ehrenamtlichen Vertretern in den neun DG-Gemeinden aufgestellt: „mit unterscheidlichstem gesellschaftlichen Hintergrund“, so Werner Kalff. Die Cera engagiert sich, neben ihrer Beteiligung an der KBC-Bank, in sozialen Projekten. Das Ziel dieses Engagements, so der für Ostbelgien zuständige Cera-Berater Kris Debruyne: „Gemeinsam in Wohlstand und Gemeinwohl investieren“.
Jetzt will Cera dieses Engagement sichtbarer machen. Im vergangenen Jahr hat man landesweit gut 700 Projekte unterstützt, für die man 1075 Bewerbungen erhalten hatte. In Ostbelgien wurden 35 Projekte eingereicht, 26 davon wurden genehmigt, so viele wie nie zuvor. Knapp 1,5 Millionen Euro hat Cera an die verschiedenen Projekte ausgeteilt, auf Ostbelgien entfielen rund 30.000 Euro. Im Jahr 2020 sollen es hierzulande 33.000 Euro sein. Letztes Jahr erhielten diese Projekte im Schnitt eine Unterstützung von rund 1.150 Euro, bei weniger Projekten würde die Summe entsprechend ansteigen. Eines der Projekte hat das Königin Fabiola Haus eingereicht. Man wollte Menschen mit Doppeldiagnose die Möglichkeit geben, an Kochkursen teilzunehmen, erklärt Chantal Havenith. Die Küche habe man gehabt, nicht aber die erforderlichen Materialien. Also stellte man einen Antrag und erhielt die angeforderte Unterstützung. Das Ganze sei schnell und ohne großen Aufwand über die Bühne gegangen, bestätigt die Leiterin des Hauses.
Für 2020 möchte das ostbelgische Cera-Komitee zusätzlich Projekte von Jugendlichen unterstützen. Der Vorstoß des regionalen Komitees Ostbelgien ist einmalig, anderswo gibt es diese Förderung nicht. Maximal zwölf Projekte, heißt es, will man unterstützen. Die Förderung kann bis zu 500 Euro betragen. Angesprochen werden junge Menschen im Alter zwischen 14 und 24 Jahren. Man will „Jugendliche unterstützen, sich aktiver in der Gesellschaft zu betätigen“, so die Verantwortlichen. Es gibt bestimmte Kriterien für die Zuschüsse. So müssen die Projekte von einer Gruppe getragen werden und in Ostbelgien stattfinden. Der Antrag selbst ist formlos. Die Verantwortlichen versprechen eine zügige und einfache Bearbeitung, das Projektteam wird zu einem kurzen Gespräch eingeladen, um sein Projekt zu präsentieren. (os)
Telefonische Informationen erteilen Kris Debruyne (0495 581526) oder Werner Kalff (0498 105603). Bewerbungen können formlos an folgende Email-Adressen gerichtet werden: jt.inside@rdj.be oder kris.debruyne@cera.coop

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