Nach längerer Krankheit zurück in den Job: Deutlicher Anstieg in Belgien

<p>Immer mehr Beschäftigte in Belgien kehren nach längerer Krankheit schrittweise an ihren Arbeitsplatz zurück.</p>
Immer mehr Beschäftigte in Belgien kehren nach längerer Krankheit schrittweise an ihren Arbeitsplatz zurück. | Illustrationsbild: dpa

Im Jahr 2021 befanden sich 2,03 Prozent aller Arbeitnehmer in belgischen Unternehmen in einem solchen Wiedereingliederungsprozess. In den ersten neun Monaten des Jahres 2026 lag dieser Anteil bereits bei 3,08 Prozent. Die Untersuchung basiert auf den Daten von 427.000 Arbeitnehmern bei mehr als 30.000 Arbeitgebern.

Mehr Langzeitkranke und stärkere Förderung der Wiedereingliederung

„Die Zahl der Menschen, die aufgrund einer Invalidität langfristig krankgeschrieben sind, ist Jahr für Jahr gestiegen, wie die offiziellen Zahlen des Landesinstituts für Kranken- und Invalidenversicherung (Likiv) zeigen. Dadurch nimmt auch die Zahl der Arbeitnehmer zu, für die eine schrittweise Wiederaufnahme der Arbeit einen Weg zurück in den Beruf darstellen kann“, erklärt Laura Couchard, Rechtsexpertin bei Acerta.

Der Anstieg sei zudem Teil einer allgemeinen Entwicklung, bei der die berufliche Wiedereingliederung von Langzeitkranken zunehmend in den Mittelpunkt rücke.

„In den vergangenen Jahren hat die Föderalregierung verschiedene Maßnahmen ergriffen, um die Rückkehr an den Arbeitsplatz zu begleiten und zu unterstützen“, ergänzt Couchard.

Frauen nutzen die Möglichkeit doppelt so häufig

Die Analyse zeigt deutliche Unterschiede zwischen Männern und Frauen. Seit 2021 nehmen Frauen etwa doppelt so häufig eine schrittweise Wiederaufnahme der Arbeit in Anspruch wie Männer.

Zwischen Januar und September 2026 befanden sich durchschnittlich 4,19 Prozent der Arbeitnehmerinnen in einem solchen Wiedereingliederungsprozess. Bei den Männern lag der Anteil lediglich bei 1,92 Prozent.

Auch zwischen Angestellten und Arbeitern bestehen Unterschiede. In den ersten neun Monaten des Jahres 2026 lag der Anteil bei den Angestellten durchschnittlich bei 2,66 Prozent, während er bei den Arbeitern 3,81 Prozent erreichte.

Besonders häufig bei älteren Arbeitnehmern

Deutliche Unterschiede zeigen sich auch zwischen den Altersgruppen. Bei den unter 25-Jährigen lag der Anteil der Beschäftigten, die schrittweise in den Beruf zurückkehrten, zwischen Januar und September 2026 bei durchschnittlich nur 0,29 Prozent.

Mit zunehmendem Alter steigt dieser Wert deutlich an. Bei den 50- bis 54-Jährigen lag er bei 4,69 Prozent, bei den 55- bis 59-Jährigen bei 5,53 Prozent und bei den 60- bis 64-Jährigen bei 5,16 Prozent.

Damit ist die schrittweise Wiederaufnahme der Arbeit insbesondere bei älteren Beschäftigten verbreitet. (belga/rt)

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