15 mögliche Behandlungsfehler: Flämische Ministerin stoppt Facharztausbildung

<p>Flämische Gesundheitsministerin Caroline Gennez</p>
Flämische Gesundheitsministerin Caroline Gennez | Archivbild: belga

Der junge Mann schloss 2021 sein Medizinstudium an der Katholischen Universität Löwen (KU Leuven) ab. Nach zwei Jahren Facharztausbildung im Bereich der klinischen Biologie wechselte er zur Pathologie. Seine Weiterbildung absolvierte er zunächst am Universitätskrankenhaus Antwerpen (UZA) und ab Oktober 2025 am Krankenhaus ZAS Middelheim. Nach Angaben seiner Professoren kam es dabei zu erheblichen Problemen.

15 mögliche Fehler und Alkoholvorwurf

Die für seine Ausbildung verantwortlichen Professoren und Betreuer führten insgesamt 15 Fälle auf, in denen dem jungen Arzt möglicherweise Fehler unterlaufen waren. Zudem soll er bei einem Vorfall betrunken zum Dienst erschienen sein.

Darüber hinaus verweisen die Ausbilder auf einen weiteren „schwerwiegenden Vorfall“, in dessen Zusammenhang unter anderem bei der Staatsanwaltschaft und der Ärztekammer eine Beschwerde gegen den Arzt anhängig sein soll.

Der junge Arzt und seine Anwälte bestreiten sämtliche Anschuldigungen.

Beratungskommission äußert Zweifel am Verfahren

Die Anerkennungskommission des flämischen Gesundheitsdepartements empfahl einstimmig, die Facharztausbildung des Mannes zu beenden.

Vor der Beratungskommission für Fach- und Allgemeinärzte verwiesen der Betroffene und seine Anwälte hingegen auf positive Bewertungen während seiner Ausbildungsabschnitte. Zudem machten sie zahlreiche verfahrensrechtliche Einwände geltend.

Die Beratungskommission stellte daraufhin infrage, wie die Entscheidung über den Ausbildungsabbruch zustande gekommen war. Sie empfahl, dem jungen Arzt die Möglichkeit zu geben, seine Facharztausbildung an einer anderen Ausbildungsstätte fortzusetzen.

Ministerin Gennez entschied dennoch, den Arzt von der Ausbildung auszuschließen. Gegen diese Entscheidung geht der Betroffene nun vor dem Staatsrat vor. (belga/rt)

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