Supermarktpreise in Belgien sinken weiter – doch neue Teuerungswelle droht

<p>Die Supermarktpreise in Belgien sind im Oktober zum fünften Mal in Folge gesunken. Laut Testachats lagen sie durchschnittlich 0,7 Prozent unter dem Vorjahresniveau.</p>
Die Supermarktpreise in Belgien sind im Oktober zum fünften Mal in Folge gesunken. Laut Testachats lagen sie durchschnittlich 0,7 Prozent unter dem Vorjahresniveau. | Foto: belga

Der Einkaufskorb wird wieder etwas günstiger: Nach Berechnungen der Verbraucherschutzorganisation Testachats lagen die Preise in belgischen Supermärkten im Oktober durchschnittlich 0,70 Prozent unter dem Niveau des Vorjahres. Damit verzeichnet die Organisation bereits den fünften Monat in Folge eine negative Inflationsrate.

Seit November 2021 beobachtet Testachats die Preisentwicklung von mehr als 3.000 Produkten bei Albert Heijn, Carrefour, Colruyt, Delhaize, Aldi und Lidl. Im Juni war die Inflationsrate des untersuchten Warenkorbs erstmals unter null gefallen (−0,41 Prozent). Im Juli betrug sie −0,63 Prozent, im August −0,56 Prozent und im September −0,50 Prozent. Im Oktober verstärkte sich der Preisrückgang nun auf −0,70 Prozent.

Lammfleisch und Kabeljau deutlich teurer

Allerdings profitieren längst nicht alle Produktgruppen von dieser Entwicklung. Besonders alkoholische Getränke verteuerten sich innerhalb eines Jahres um durchschnittlich fünf Prozent. Auch Reinigungsmittel und Wurstwaren kosteten jeweils rund zwei Prozent mehr.

Bei einzelnen Produkten fallen die Preissteigerungen noch deutlicher aus. So verteuerte sich Lammfleisch um 13 Prozent, Kabeljaufilet um zwölf Prozent und Gurken um zehn Prozent. Auch Bier wurde mit einem Plus von acht Prozent spürbar teurer.

Auf der anderen Seite gibt es zahlreiche Produkte, für die Verbraucher inzwischen weniger bezahlen müssen. Fischereiprodukte und Obst verbilligten sich im Durchschnitt um jeweils drei Prozent, Tiefkühlprodukte um zwei Prozent. Bei Ölen, Essig und Soßen gingen die Preise durchschnittlich um vier Prozent zurück.

Besonders deutlich fiel der Rückgang bei Nordseegarnelen aus, die zehn Prozent günstiger waren als im Vorjahr. Karotten kosteten neun Prozent weniger, während Bananen, frischer Lachs und Olivenöl jeweils um sieben Prozent günstiger wurden.

Testachats warnt vor Folgen steigender Energiepreise

Trotz der anhaltenden Entspannung an den Supermarktkassen sieht Testachats keinen Grund zur Entwarnung. Denn die jüngsten Preissteigerungen auf den Energiemärkten könnten sich in den kommenden Monaten auch auf die Lebensmittelpreise auswirken.

Insbesondere die gestiegenen Gaspreise bereiten der Verbraucherschutzorganisation Sorgen. Auf den Großhandelsmärkten nähert sich der Preis für Erdgas laut Testachats der Marke von 100 Euro pro Megawattstunde.„Dieser Anstieg der Energiepreise wird sich leider mit zeitlicher Verzögerung unweigerlich auch auf die Lebensmittelpreise auswirken“, warnt Testachats-Sprecherin Julie Frère. (belga/calü)

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