Die neuen Tarife der Energieversorger für November haben es in sich. Nach Berechnungen von Testachats erreichen die Preise für feste Strom- und Gasverträge inzwischen ein Niveau, das zuletzt während der Energiekrise 2022 nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine zu beobachten war.
Besonders stark fällt der Anstieg beim Erdgas aus. In der Wallonie kostet ein neuer Festpreisvertrag im November durchschnittlich 24 Prozent mehr als noch im Oktober. Der reine Energiepreis liegt inzwischen bei 11,29 Cent pro Kilowattstunde – im März waren es lediglich 5,14 Cent. Bei einem Jahresverbrauch von 17.000 Kilowattstunden bedeutet das Mehrkosten von rund 1.046 Euro.
Auch beim Strom geht es deutlich nach oben. Hier stiegen die festen Tarife innerhalb eines Monats um durchschnittlich 15 Prozent. Eine Kilowattstunde kostet aktuell 25,52 Cent, gegenüber 14,18 Cent im März. Für einen Haushalt mit einem Verbrauch von 3.500 Kilowattstunden ergibt sich daraus eine jährliche Mehrbelastung von 397 Euro. Zusammen sind das rund 1.443 Euro mehr pro Jahr als im März.
Auch Brüssel von Preissteigerungen betroffen
In Brüssel zeigt sich ein ähnliches Bild. Dort liegt der reine Energiepreis für Strom bei neuen Festverträgen inzwischen bei 25,08 Cent pro Kilowattstunde, gegenüber 14,99 Cent im März. Beim Erdgas stieg der Preis im gleichen Zeitraum von 5,47 auf 11,47 Cent.
Angesichts dieser Entwicklung empfiehlt Testachats, bestehende Energieverträge genauer unter die Lupe zu nehmen. „Prüfen Sie, welchen Vertrag Sie haben, stellen Sie fest, ob er vorteilhaft ist, und ergreifen Sie die notwendigen Maßnahmen, wenn er ausläuft“, erklärte Sprecherin Julie Frère.
Wer bereits einen laufenden Festpreisvertrag besitzt, sollte diesen nach Empfehlung der Verbraucherschützer behalten. Bei einem Neuabschluss sei dagegen Vorsicht geboten: Die Tarife seien derzeit ausgesprochen hoch, die weitere Preisentwicklung allerdings schwer vorherzusagen.
Ein Vergleich der Anbieter kann sich dennoch lohnen. Laut Testachats liegen zwischen den teuersten und günstigsten Festpreisverträgen teilweise mehrere Hundert Euro. (belga/calü)

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