Wenn ein Hund von einem Auto angefahren wird oder eine Katze an einer schweren Blutkrankheit leidet, zählt mitunter jede Minute. In solchen Situationen kann eine Bluttransfusion über Leben und Tod entscheiden. Doch woher kommt das benötigte Blut?
Die Antwort dürfte viele Tierhalter überraschen: Auch Hunde und Katzen können Blut spenden. Die Animal Blood Bank Benelux (BSA), die hauptsächlich an der Universität Lüttich angesiedelt ist, organisiert dafür regelmäßig Blutspendeaktionen. Und eine einzige Spende kann gleich mehreren Tieren helfen.
„Bei Hunden können wir das Blut in Plasma, rote Blutkörperchen und Blutplättchen aufteilen. Eine Spende kann deshalb drei Tieren das Leben retten“, erklärt Tierärztin Margaux Boogaerts von der Animal Blood Bank Benelux gegenüber der Zeitung „La Meuse“. Bei Katzen lassen sich zwei Blutbestandteile gewinnen. Damit kann eine Spende bis zu zwei Tieren helfen.
Blutentnahme dauert nur wenige Minuten
Wer jetzt an eine unangenehme Prozedur für seinen Vierbeiner denkt, kann beruhigt sein: Die eigentliche Blutentnahme ist relativ schnell erledigt. Anders als vielleicht vermutet, wird das Blut nicht aus einer Pfote entnommen, sondern aus der Halsvene. „Das dauert normalerweise fünf Minuten“, erklärt Boogaerts.
Hunde benötigen dafür in der Regel keine Beruhigungsmittel. Katzen werden hingegen leicht sediert, damit die Blutentnahme für sie möglichst stressfrei verläuft. Dabei steht das Wohlbefinden der Tiere im Vordergrund. Wehrt sich ein Hund oder eine Katze gegen die Behandlung, wird die Blutentnahme abgebrochen.
Welche Tiere dürfen Blut spenden?
Allerdings eignet sich nicht jeder Vierbeiner als Blutspender. Für Hunde gilt ein Mindestgewicht von 20 Kilogramm, Katzen müssen mindestens 3,5 Kilogramm wiegen. Außerdem müssen die Tiere gesund, geimpft und entwurmt sein.
Vor jeder Blutspende erfolgt eine tierärztliche Untersuchung. Dabei wird unter anderem kontrolliert, ob das Tier ein Herzgeräusch aufweist, das auf eine mögliche Erkrankung hindeuten könnte.
Hinzu kommen Blutuntersuchungen und Tests auf Parasiten, die über das Blut übertragen werden können. So soll sichergestellt werden, dass die Spende für den Empfänger geeignet ist und der Spender gesundheitlich nicht gefährdet wird.
So wird der eigene Vierbeiner zum Lebensretter
Die Animal Blood Bank Benelux organisiert Blutspendeaktionen in Belgien, den Niederlanden und Luxemburg. Tierhalter, die ihren Hund oder ihre Katze als Spender anmelden möchten, können sich direkt an das Team wenden. Per E-Mail an abb@bsanimal.be erhalten Interessierte Informationen zu den Voraussetzungen und den nächsten Blutspendeterminen.
Und auch für die tierischen Helfer gibt es eine kleine Belohnung: Als Dankeschön erhalten die Spender einen Sack Tierfutter. (calü)
Weitere Infos gibt es HIER.

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