Bislang gab es eine vergleichbare Unterstützung bereits für Polizisten, die durch schwere Gewalttaten Dritter verletzt wurden. Diese Regelung besteht seit 2019. Nun soll der zusätzliche finanzielle Schutz auch bei schweren und besonders schweren Arbeitsunfällen greifen.
Ein paritätisch besetzter Ausschuss mit Vertretern der föderalen und lokalen Polizei sowie der medizinischen Dienste wird künftig prüfen, ob ein Unfall die Voraussetzungen erfüllt. Entscheidend ist dabei, ob die Verletzungen erhebliche finanzielle Folgen für die betroffene Person haben.
Wird ein Unfall entsprechend anerkannt, können zusätzliche Kosten übernommen werden. Dazu zählen beispielsweise medizinische Behandlungen, Prothesen oder notwendige Anpassungen am eigenen Fahrzeug.
Die Unterstützung greift insbesondere dann, wenn bestehende Entschädigungsregelungen die anfallenden Kosten nicht vollständig abdecken oder eine Erstattung nicht innerhalb einer angemessenen Frist möglich ist.
Rund 1.500 Arbeitsunfälle pro Jahr
Die neue Regelung gilt sowohl für die föderale als auch für die lokale Polizei und damit für das gesamte integrierte Polizeiwesen Belgiens.
Nach Angaben des föderalen Innenministeriums ereignen sich innerhalb der belgischen Polizeidienste jährlich rund 1.500 Arbeitsunfälle. Nicht jeder davon fällt allerdings unter die neue Entschädigungsregelung, die ausdrücklich für schwere und besonders schwere Fälle vorgesehen ist.
Für Innenminister Quintin ist die Entscheidung längst überfällig. „Dieses Dossier liegt seit 2022 auf dem Tisch. Die Polizeikräfte haben von dieser Regierung verlangt, es endlich umzusetzen“, erklärte er am Freitag. (belga/calü)

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