Wie die Tageszeitung „La Meuse“ berichtet, zeichnet sie Kriminalitätsstatistik für das Jahr 2025 ein uneinheitliches Bild der Region Verviers. In den 20 französischsprachigen Gemeinden des Verwaltungsbezirks registrierte die Föderale Polizei insgesamt 14.452 Straftaten. Ein Jahr zuvor waren es noch 14.785 gewesen. Das entspricht einem Rückgang um 2,25 Prozent. Allerdings profitieren längst nicht alle Gemeinden von dieser Entwicklung. Während die Zahl der erfassten Delikte insbesondere in Verviers, Malmedy und Pepinster zurückging, verzeichneten Welkenraedt und mehrere weitere Gemeinden teils deutliche Zuwächse.

Besonders auffällig fällt die Entwicklung in Welkenraedt aus. Dort stieg die Zahl der polizeilich erfassten Straftaten von 594 im Jahr 2024 auf 751 im vergangenen Jahr. Das entspricht einem Anstieg um 26,43 Prozent beziehungsweise 157 zusätzliche Delikte. Vor allem Diebstähle und Erpressungsdelikte nahmen zu. Ihre Zahl erhöhte sich von 135 auf 193. Auch Sachbeschädigungen wurden häufiger registriert: Hier stieg die Zahl von 26 auf 51.
Als einen möglichen Schwerpunkt der Probleme nennt die Polizei den Bahnhof von Welkenraedt. Vincent Corman, Leiter der Polizeizone Pays de Herve, berichtet gegenüber „La Meuse“ von verdächtigen Aktivitäten sowie Diebstählen aus Fahrzeugen und Wohnhäusern im Zusammenhang mit dem Bahnhof. Auch Bürgermeister Jean-Luc Nix (MR) sieht dort einen wesentlichen Grund für die Entwicklung. Nach seiner Einschätzung reisen organisierte Gruppen aus Lüttich und möglicherweise sogar aus Brüssel an, um junge Menschen in Welkenraedt Straftaten begehen zu lassen. Nix erklärte, er habe bei der SNCB eine stärkere Präsenz des Sicherheitspersonals von Securail gefordert. Bislang habe er jedoch keine zusätzlichen Sicherheitskräfte vor Ort feststellen können. Die Polizei versuche deshalb, insbesondere bei der Ankunft von Zügen verstärkt Präsenz zu zeigen. Beamte kontrollierten dabei gegebenenfalls Personen, deren Verhalten ihnen verdächtig erscheine.
Auch in Spa zeigt die Statistik nach oben. In derBäderstadt wurden 2025 insgesamt 1.025 Straftaten erfasst, gegenüber 987 im Vorjahr. Das entspricht einem Anstieg um 3,85 Prozent. Gemessen an der Einwohnerzahl liegt Spa damit sogar an der Spitze der untersuchten Gemeinden. Auf 1.000 Einwohner kommen dort rechnerisch 104,65 registrierte Straftaten. In Verviers sind es 101,71.
Jean-Michel Lejeune, Kommissar der Polizeizone Fagnes, warnt allerdings davor, aus diesen Zahlen auf ein einzelnes neues Kriminalitätsphänomen zu schließen. Einen besonderen neuen Schwerpunkt gebe es weder in Spa noch in der gesamten Polizeizone. Sorgen bereitet ihm jedoch die Internetkriminalität. In Spa stieg die Zahl der entsprechenden Delikte innerhalb eines Jahres von 38 auf 87. „Das ist inzwischen etwas Katastrophales geworden“, erklärte Lejeune. Daneben beobachtet die Polizei in ihrer Zone eine Zunahme innerfamiliärer Gewalt. Dabei müsse allerdings berücksichtigt werden, dass solche Vorfälle heute häufiger formell protokolliert würden, während früher teilweise lediglich ein Vermerk angelegt worden sei. Auch Änderungen bei der Erfassung können sich somit auf die Statistik auswirken.
Verviers, Malmedy und Pepinster mit rückläufigen Zahlen
In Verviers entwickelte sich die Kriminalitätsstatistik dagegen insgesamt positiv. Die Zahl der erfassten Straftaten sank von 5.874 im Jahr 2024 auf 5.697 im Jahr 2025. Das entspricht einem Rückgang um 3,01 Prozent. Besonders deutlich ging die Zahl der Diebstähle und Erpressungsdelikte zurück: von 1.251 auf 1.156. Auch Sachbeschädigungen wurden seltener registriert. Ihre Zahl sank von 529 auf 456. Die Betrugsdelikte gingen von 539 auf 506 zurück. Allerdings nahmen andere Deliktarten zu. Die Polizei registrierte 409 Drogendelikte gegenüber 363 im Vorjahr. Auch Straftaten gegen die körperliche Unversehrtheit stiegen von 722 auf 759. Bei Drogendelikten ist zudem zu beachten, dass die Zahl der registrierten Fälle auch davon abhängt, wie intensiv die Polizei kontrolliert.
Noch deutlicher als in Verviers fiel der allgemeine Rückgang in Malmedy und Pepinster aus. In Malmedy wurden 720 Straftaten registriert, nachdem es im Vorjahr noch 884 gewesen waren. Das entspricht einem Minus von 18,55 Prozent. In Pepinster sank die Zahl von 604 auf 480 Delikte und damit um 20,53 Prozent.
Rückläufige Zahlen meldet die Statistik ebenfalls für Weismes, wo 225 statt zuvor 270 Straftaten erfasst wurden. In Aubel ging die Zahl von 240 auf 202 zurück, in Herve von 1.152 auf 1.120 und in Bleyberg von 440 auf 409. Auch in Theux, Lierneux und Olne wurden weniger Straftaten registriert.
Demgegenüber stiegen die Zahlen neben Welkenraedt und Spa auch in Trois-Ponts, Jalhay, Stavelot, Baelen und Limburg. In Dison blieb die Entwicklung mit 994 gegenüber 989 Straftaten nahezu unverändert. Über die einzelnen Gemeinden hinaus fällt vor allem die Entwicklung der Internetkriminalität auf. In den 20 französischsprachigen Gemeinden des Verwaltungsbezirks wurden 2025 insgesamt 1.052 entsprechende Delikte registriert. Im Vorjahr waren es noch 922 gewesen. Besonders deutlich ist der Anstieg in Spa, wo sich die Zahl der Fälle mehr als verdoppelte. Auch in Jalhay wurden mit 37 gegenüber zwölf Fällen erheblich mehr Internetdelikte registriert. In Theux stieg ihre Zahl von 19 auf 40. (mcfly)

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