Gerade bei älteren Pflegeheimbewohnern kommen häufig zahlreiche Arzneimittel zusammen. Das kann nicht nur den Überblick erschweren, sondern auch das Risiko von Einnahmefehlern und unerwünschten Wechselwirkungen erhöhen. Hinzu kommt, dass manche Medikamente möglicherweise gar nicht mehr benötigt werden.
Deshalb dürfen Apotheker künftig die Medikation von Pflegeheimbewohnern ab 85 Jahren überprüfen, die mehr als fünf verschiedene Arzneimittel einnehmen. Dabei sollen sie feststellen, ob die einzelnen Präparate weiterhin notwendig sind und ob sie miteinander kombiniert werden können.
Nach der Überprüfung bespricht der Apotheker seine Erkenntnisse mit dem behandelnden Arzt und dem Pflegepersonal. Die Entscheidung über mögliche Änderungen an der Medikation bleibt ausdrücklich beim Arzt. Apotheker dürfen Medikamente also nicht eigenständig absetzen oder die Dosierung verändern.
Nach Angaben des föderalen Gesundheitsministers leben derzeit rund 58.000 Menschen ab 85 Jahren in belgischen Pflegeheimen, die mindestens fünf verschiedene erstattungsfähige Medikamente einnehmen.
Für die Bewohner ist die Überprüfung kostenlos: Die Kosten werden vollständig von der Krankenversicherung übernommen. Apotheker erhalten für jede Überprüfung eine Vergütung von 82 Euro. Für die Maßnahme sind zunächst rund 775.000 Euro vorgesehen. (belga/calü)

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