KI und Urheberrecht: Sabam fordert besseren Schutz für Künstler in Belgien

<p>KI und Urheberrecht: Sabam fordert besseren Schutz für Künstler in Belgien</p>
Foto: belga

Am Mittwoch rief die Organisation, die die Rechte von Autoren, Komponisten und Verlegern vertritt, die Föderalregierung dazu auf, einen Anfang Oktober eingebrachten Gesetzesvorschlag in der Kammer verbindlich umzusetzen. Dieser sieht eine sogenannte Nutzungsvermutung vor: Es soll grundsätzlich davon ausgegangen werden können, dass KI-Unternehmen urheberrechtlich geschützte Werke zum Training ihrer Modelle verwenden.

Hintergrund ist die zunehmende Nutzung kreativer Inhalte durch KI-Anbieter. Nach Angaben der Sabam werden Musikstücke, Bilder, Texte und audiovisuelle Produktionen für das Training von KI verwendet, ohne dass die Urheber zuvor ihre Zustimmung gegeben hätten oder dafür bezahlt würden. „Derzeit müssen die Kreativen selbst versuchen nachzuweisen, dass Technologieunternehmen ihre Werke hinter den Kulissen zum Training ihrer KI-Modelle verwenden. Das ist doch die Welt auf den Kopf gestellt“, kritisiert Sabam-Generaldirektor Steven De Keyser.

Die vorgeschlagene Nutzungsvermutung könnte dieses Ungleichgewicht korrigieren. „Sie kann dafür sorgen, dass Kreative und ihre Vertreter endlich über mehr Transparenz und eine faire Vergütung verhandeln können“, erklärt De Keyser.

Mit ihrer Forderung schließt sich die Sabam einem früheren Warnruf der flämischen Buchbranche an. Das Problem beschränke sich keineswegs auf Literatur, sondern betreffe die gesamte Kreativwirtschaft.

Wie umstritten die Verwendung geschützter Werke für KI-Training ist, zeigt auch ein Rechtsstreit in den USA. Dort wird dem Unternehmen Anthropic, das hinter dem KI-Assistenten Claude steht, vorgeworfen, seine Modelle ohne Genehmigung und ohne Zahlung von Urheberrechtsvergütungen mit 274 Liedern von Elvis Presley trainiert zu haben. (belga/calü)

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