Sonntagsöffnung bei Aldi: Gewerkschaften bremsen Pläne der Geschäftsführung

<p>Aldi möchte seine Filialen in Belgien künftig auch sonntags öffnen.</p>
Aldi möchte seine Filialen in Belgien künftig auch sonntags öffnen. | Foto: Photo News

Die Pläne des Discounters, seine Geschäfte künftig auch am Sonntagvormittag zu öffnen, stoßen bei den Arbeitnehmervertretern auf Widerstand. Wie aus Gewerkschaftskreisen am Mittwoch verlautete, wollen diese die Gespräche über eine Sonntagsöffnung erst im kommenden Frühjahr wieder aufnehmen.

Hintergrund sind ungelöste Probleme bei der Personalplanung und der hohen Arbeitsbelastung in den Filialen. Insbesondere die Vertretung erkrankter Beschäftigter sorgt für Unzufriedenheit.

Die christliche Angestelltengewerkschaft CNE spricht von einem „Vertrauensbruch“ gegenüber der Geschäftsführung. Mehrere Zusagen aus einem umfangreichen Tarifabkommen, das im vergangenen Sommer abgeschlossen wurde, seien bislang nicht umgesetzt worden. Dazu gehöre unter anderem die vereinbarte Erfassung der Arbeitsbelastung in den Geschäften. „Erst wenn wieder genügend Vertrauen vorhanden ist, ergibt es für uns Sinn, über weitere Themen oder Verpflichtungen zu sprechen“, erklärte die Gewerkschaft.

„Die Grundlagen stimmen noch nicht“

Auch die sozialistische Gewerkschaft Setca sieht derzeit keinen Spielraum für zusätzliche Öffnungszeiten. Sie stellt infrage, weshalb Aldi einen weiteren halben Verkaufstag einführen möchte, obwohl der reguläre Betrieb unter der Woche noch nicht ausreichend abgesichert sei. „Wir wollen eine Verschnaufpause, um zu überprüfen, ob die eingegangenen Verpflichtungen eingehalten werden“, betonte die Gewerkschaft.

Aldi will im Wettbewerb aufholen

Die Geschäftsführung verfolgt mit der Sonntagsöffnung vor allem wirtschaftliche Ziele. Aldi möchte verhindern, dass weitere Marktanteile an Konkurrenten wie Delhaize, Albert Heijn, Carrefour und Jumbo verloren gehen, deren Geschäfte teilweise bereits sonntags geöffnet sind.

Nach den bisherigen Plänen sollen Aldi-Filialen künftig sonntags von 8.30 bis 13 Uhr öffnen. Die Arbeit an diesem Tag soll auf freiwilliger Basis erfolgen. Als Ausgleich sind entweder eine finanzielle Prämie oder zusätzliche freie Tage vorgesehen. An gesetzlichen Feiertagen sollen die Supermärkte weiterhin geschlossen bleiben. (belga/calü)

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