Chemieunternehmen Vynova stellt Produktion in Belgien vorübergehend ein

<p>Das Chemieunternehmen Vynova Belgium in Tessenderlo-Ham fährt seine Produktion wegen der hohen Energiekosten schrittweise herunter.</p>
Das Chemieunternehmen Vynova Belgium in Tessenderlo-Ham fährt seine Produktion wegen der hohen Energiekosten schrittweise herunter. | Foto: belga

Die Entscheidung wurde der Belegschaft am Dienstag mitgeteilt, wie Unternehmenssprecher Yannick Brusselmans bestätigte. Die Anlagen sollen innerhalb der kommenden zwei Wochen schrittweise heruntergefahren werden. „Wir produzieren derzeit noch, aber die Anlagen werden nach und nach stillgelegt“, erklärte das Unternehmen. Wie lange der Produktionsstopp dauern soll, ist bislang nicht bekannt.

Unternehmen kämpft mit Millionen-Schulden

Vynova Belgium steckt bereits seit längerer Zeit in finanziellen Schwierigkeiten und steht derzeit unter gerichtlichem Gläubigerschutz. Die erneut hohen Energiepreise verschärfen die angespannte Lage zusätzlich. Sie setzten die verfügbaren finanziellen Mittel des Unternehmens „unerwartet weiter unter Druck“, heißt es.

Neben den Energiekosten belasten steigende Rohstoffpreise und eine schwächere Nachfrage auf dem europäischen Markt das Geschäft. Die Schulden des Unternehmens belaufen sich auf mindestens 275 Millionen Euro.

Bis zum 13. November muss Vynova Belgium dem Unternehmensgericht in Hasselt einen Sanierungsplan vorlegen. Am 4. Dezember sollen die Gläubiger darüber abstimmen.

Auch andere europäische Standorte betroffen

Die Schwierigkeiten beschränken sich nicht auf den belgischen Standort. Die Vynova-Gruppe mit Hauptsitz in Tessenderlo-Ham ist in mehreren europäischen Ländern tätig.

Bereits im vergangenen Jahr kündigte der Konzern die Schließung eines PVC-Werks in den Niederlanden an. Zudem wurden Umstrukturierungsverfahren in Deutschland und Großbritannien eingeleitet.

Welche Folgen der vorübergehende Produktionsstopp für die rund 600 Beschäftigten in der Provinz Limburg haben wird, ist noch unklar. (belga/calü)

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