Acht Millionen Menschen verursachen mehr CO₂-Emissionen als 3,5 Milliarden andere: Zu diesem Ergebnis kommt die Hilfsorganisation Oxfam in ihrem am Dienstag veröffentlichten Bericht „Disaster Divide“. Demnach ist der CO₂-Fußabdruck der reichsten 0,1 Prozent der Weltbevölkerung größer als jener der ärmsten 44 Prozent zusammen.
Auch in Belgien zeigt sich laut Oxfam ein deutliches Ungleichgewicht. Die reichsten 0,1 Prozent verursachen demnach 14-mal so viele CO₂-Emissionen wie der Bevölkerungsdurchschnitt.
Die Organisation veröffentlichte ihre Untersuchung im Vorfeld der 31. UN-Klimakonferenz (COP31) in der Türkei. Sie will damit aufzeigen, wie stark besonders wohlhabende Menschen zur Klimakrise beitragen und teilweise wirtschaftlich von ihr profitieren.
Folgen treffen vor allem ärmere Länder
Laut den Berechnungen von Oxfam sind die reichsten ein Prozent der Weltbevölkerung für rund 20 Prozent der globalen Erwärmung seit 1990 verantwortlich.
Die Organisation geht zudem davon aus, dass die Emissionen dieser Bevölkerungsgruppe aus nur einem Jahr langfristig erhebliche Folgen haben werden. Mithilfe von Klimamodellen schätzt sie, dass dadurch bis 2050 rund 1,9 Millionen zusätzliche hitzebedingte Todesfälle sowie wirtschaftliche Schäden von 53 Milliarden US-Dollar entstehen könnten. Besonders betroffen seien Länder mit niedrigem und unterem mittlerem Einkommen.
Privatjets als Beispiel für extreme Unterschiede
Als besonders klimaschädlich hebt Oxfam die private Luftfahrt hervor. Ein Privatjet verursacht demnach innerhalb von zwei Sekunden mehr CO₂, als ein Mensch aus der ärmeren Hälfte der Weltbevölkerung durchschnittlich in einem ganzen Jahr ausstößt.
Allein um die Emissionen von rund 9.000 Privatjet-Flugstunden ab Belgien auszugleichen, müssten laut der Organisation etwa 173.000 Bäume gepflanzt werden.
Oxfam kritisiert außerdem, dass Investoren teilweise gleich doppelt von der Klimakrise profitieren. Der von der Organisation entwickelte Index „Destroy & Rebuild“ erfasst 217 Unternehmen, die entweder durch klimaschädliche Aktivitäten oder durch den Wiederaufbau nach Naturkatastrophen Gewinne erzielen. Häufig seien dieselben Investoren an beiden Geschäftsmodellen beteiligt.
Die Hilfsorganisation fordert die Staaten deshalb auf, die wirtschaftlichen Ungleichheiten sowohl innerhalb ihrer Grenzen als auch zwischen den Ländern deutlich zu verringern. (belga/calü)

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