Grabdiebstähle in der Region: Spur führt zu Eupener Paar

<p>Blick auf den Eupener Friedhof, wo in den vergangenen Tagen mehrere Diebstähle von Grabschmuck gemeldet wurden.</p>
Blick auf den Eupener Friedhof, wo in den vergangenen Tagen mehrere Diebstähle von Grabschmuck gemeldet wurden. | Illustrationsfoto: David Hagemann

In den vergangenen Wochen hatten sich die Meldungen über gestohlenen Grabschmuck auf den Friedhöfen in Eupen und Kettenis gehäuft. Die lokale Kriminalpolizei nahm daraufhin Ermittlungen auf, die am Montag zur Festnahme von zwei Tatverdächtigen führten. Wie Andrea Tilgenkamp, Sprecherin der Eupener Staatsanwaltschaft, dem GrenzEcho bestätigte, handelt es sich um ein Paar aus Eupen. Die beiden Personen sind Ende 30 bis Anfang 40 Jahre alt und den Justizbehörden bereits aus früheren Verfahren bekannt. Unter anderem seien sie im Zusammenhang mit Drogenkonsum aufgefallen. Die Festnahmen erfolgten nicht unmittelbar nach einem Diebstahl, sondern waren das Ergebnis längerer Ermittlungen. „Die beiden Verdächtigen wurden nicht auf frischer Tat ertappt, sondern aufgrund der Ermittlungen der Kriminalpolizei in den vergangenen Wochen“, erläuterte die Sprecherin.

Welche konkreten Hinweise die Ermittler auf die Spur des Paares brachten, wollte sie nicht verraten. Damit solle verhindert werden, dass mögliche weitere Täter ihr Vorgehen an die Ermittlungsmethoden der Polizei anpassen.

Am Montag wurde bei den Verdächtigen zudem eine Hausdurchsuchung durchgeführt. Ob dabei gestohlener Grabschmuck sichergestellt werden konnte, war zunächst noch unklar. Die Staatsanwaltschaft hatte zum Zeitpunkt der Nachfrage noch keine entsprechenden Rückmeldungen erhalten.

Nach Angaben Tilgenkamps gibt es Hinweise darauf, dass zumindest ein Teil der entwendeten Gegenstände bereits weiterverkauft worden sein könnte. In welchem Umfang dies geschehen sein soll und ob weitere Personen beteiligt waren, ist bislang nicht bekannt.

Neben den Diebstählen selbst beschäftigen inzwischen auch die Reaktionen darauf die Justiz. In sozialen Netzwerken, insbesondere auf Facebook, waren in den vergangenen Tagen Gerüchte verbreitet worden, wonach Menschen mit Migrationshintergrund für die Diebstähle auf dem Eupener Friedhof verantwortlich seien.

Diese Behauptungen treffen auf die beiden nun festgenommenen Verdächtigen nicht zu. Sowohl Polizeisprecher Eric Hellebrandt als auch Staatsanwaltschaftssprecherin Andrea Tilgenkamp bestätigten dem GrenzEcho ausdrücklich, dass die beiden Personen keinen Migrationshintergrund haben. Die Gerüchte hatten in den sozialen Netzwerken teilweise fremdenfeindliche Kommentare nach sich gezogen. Auch damit befassen sich inzwischen die Ermittlungsbehörden.

Wie Andrea Tilgenkamp erklärte, werden diskriminierende Äußerungen im Internet daraufhin überprüft, ob sie strafrechtlich relevant sind. Nicht jeder problematische Kommentar stelle automatisch eine Straftat dar. Wo jedoch ein entsprechender Verdacht bestehe, würden Ermittlungen eingeleitet und Akten angelegt.

Eupener Staatsanwaltschaft prüft möglicherweise strafbare Kommentare.

„Wir dulden das keineswegs und sind da definitiv dran“, betonte die Sprecherin. Sie verwies darauf, dass die Justiz bereits im Zusammenhang mit der Messerstecherei im Eupener Scheiblerpark gegen möglicherweise strafbare Äußerungen in sozialen Netzwerken vorgegangen sei. Die Überprüfung entsprechender Beiträge erfolgt von Amts wegen. Eine Anzeige durch Betroffene oder andere Personen ist dafür nicht erforderlich.

Ob das Aufstellen von Überwachungskameras auf dem Eupener Friedhof unter den neuen Voraussetzungen überhaupt noch Sinn macht, will die Stadt Eupen nach Rücksprache mit der Kriminalpolizei nun prüfen.

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