Deutschkenntnisse sollen bei der Armee belohnt werden

<p>Illustration: belga</p>
Illustration: belga

Der Minister zeigte sich den Angaben zufolge offen für eine Lösung. Hintergrund ist eine geplante Gesetzesänderung zu den militärischen Sprachprüfungen. Der Ministerrat hatte im April auf Vorschlag von Francken einen Vorentwurf gebilligt, der die Terminologie vereinheitlichen und zwei zusätzliche Prüfungsversuche ermöglichen soll.

Luc Frank betonte die Bedeutung der Mehrsprachigkeit für die Streitkräfte. Bei einem Besuch in Deutschland habe sich gezeigt, wie wichtig Fremdsprachenkenntnisse seien: „Die Briefings der belgischen Armee waren auf Englisch.“ Deshalb müsse es auch mehrere Möglichkeiten geben, die Sprachprüfungen zu bestehen, „wie es an der Universität bereits der Fall ist“. Zugleich erinnerte Frank daran, dass Belgien drei Landessprachen hat. „Und da würde ich mir auch wünschen, dass wir für diese Landessprache eine Lösung finden, für die es derzeit noch keine Lösung gibt“, erklärte der Abgeordnete mit Blick auf das Deutsche. Die Zweisprachigkeitsprämie für Militärangehörige wurde 1998 zunächst für Offiziere und Unteroffiziere eingeführt und 2003 auf Freiwillige ausgeweitet. Seit 2015 ist sie nicht mehr an den Dienst in einer Einheit mit gemischtem Sprachstatus gebunden. 2020 wurde zudem eine Regelung für Englischkenntnisse geschaffen.

Für Deutsch gelten dagegen weiterhin besondere Einschränkungen. Zwar sehe der Erlass von 1998 grundsätzlich eine Prämie für entsprechende Sprachkenntnisse vor, allerdings nur für Militärangehörige, die in einer deutschsprachigen Einheit dienen. Solche Einheiten gebe es in der Praxis kaum, weshalb die Regelung weitgehend wirkungslos bleibt. Verteidigungsminister Francken räumte in seiner Antwort ein, dass die Deutschsprachigen innerhalb der Armee besondere Aufmerksamkeit verdienten. Er zeigte sich offen dafür, die Situation zu verbessern. Frank begrüßte diese Haltung und kündigte seine Unterstützung für den Gesetzentwurf an. „Sie bekommen einen Vertrauensvorschuss“, sagte er an Francken gerichtet. „Und ich bin sehr zuversichtlich, dass es uns gemeinsam gelingen wird, Deutsch in der Armee entsprechend zu würdigen“, so Luc Frank. (red/sc)

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