Erst Regen, dann Hagel, dann Sonne – langweilig wurde es für die 2.200 Zuschauer im Eupener Kehrwegstadion nicht, und das nicht nur mit Blick auf das Wetter. Im Spitzenspiel gegen Beerschot winkte den Ostbelgiern auch vor einigen von der AS Eupen eingeladenen Feuerwehrleuten erstmals in dieser Saison die Tabellenführung. Cheftrainer Felice Mazzu nahm in seiner Startelf zwei Änderungen vor: Im Vergleich zur deutlichen 1:5-Pleite im Landespokal gegen den KV Mechelen verloren Amadou Keita und Isaac Nuhu ihren Platz in der Anfangsformation. Für sie rückten Bertan Caliskan und Mark Müller in die Startelf. Antoine Lejoly behielt seinen Platz im Eupener Tor, während Marco Hiller noch im Aufgebot fehlte.
AS Eupen 1:2 Beerschot
Das Topspiel hielt zunächst, was es versprach: Beide Mannschaften fanden schnell ins Spiel, wobei Eupen nach einer knappen Viertelstunde und mehreren Offensivaktionen der Gäste die erste Großchance zur Führung hatte. Nach einem weiten Einwurf von Paeshuyse in den Strafraum landete der Ball vor den Füßen von Delaurier-Chaubet, dessen Schuss Popp gerade noch mit dem Fuß abwehren konnte (13.).

Die Partie blieb auch im Anschluss unterhaltsam. Keine der beiden Mannschaften mauerte, es ging munter hin und her. Bei Eupen gehörte vor allem Delaurier-Chaubet zu den auffälligsten Akteuren, immer wieder hatte der Franzose offensiv wie defensiv seine Füße im Spiel. So auch in der 23. Minute, als sein Abschluss über das Tor von Beerschot segelte. Kurz darauf wurde Müller im Strafraum am Schuss gehindert, ehe Delaurier-Chaubet wieder für Akzente sorgte.
Es war ein 0:0 der durchaus besseren Sorte. Eines, bei dem sich Eupen zwischenzeitlich ein Übergewicht erarbeitete, in der Spitze aber einen echten Knipser vermisste. Und eines, bei dem bis zur Pause auch der Schiedsrichter und das Regelwerk in den Mittelpunkt rückten: In der 40. Minute wurde eine vermeintliche Notbremse von Plastun gegen Wright-Phillips per Video-Challenge überprüft und im Anschluss nicht als rotwürdig eingestuft.

Drei Minuten später verlor Eupen bei einem Freistoß der Gäste unter anderem Haj vollkommen aus den Augen, ehe der Rechtsaußen per Volley für das 0:1 sorgte – vermeintlich. Denn zwischen seinem Treffer und dem Jubel der Antwerpener verging eine gefühlte Ewigkeit. Erst wartete Schiedsrichter Simonini auf Anweisungen aus der VAR-Zentrale, dann sah er sich die Szene am Seitenrand selbst an. Ein Foulspiel in der Entstehung des Treffers erkannte er letzlich nicht – Eupen ging mit einem knappen Rückstand in die Kabine.
Nuhu lässt nach der Pause die Riesenchance zum Ausgleich liegen.
Aus der Kabine kam Eupen mit Nuhu, der Caliskan ersetzte. Nur Sekunden nach dem Wiederanpfiff hatte der Angreifer das 1:1 auf dem Fuß: Popp ließ einen Schuss von Nadje nach vorne abprallen, ehe Nuhu aus drei, vier Metern in Bedrängnis das Tor verfehlte. Das hätte der Ausgleich sein müssen. Kurz darauf kam auch Delaurier-Chaubet für die schwungvoll in die zweite Halbzeit gestarteten Eupener zum Abschluss. Die Führung der Gäste wackelte – auch, als ein Kopfball von Paeshuyse ins Seitennetz rauschte (56.).

Als das 1:1 eigentlich in der Luft lag, schlugen die Gäste eiskalt zu: Wright-Phillips bediente Vula im Strafraum, der viel zu viel Platz und Zeit hatte und zum 0:2 einschieben konnte.
Eupen drohten nun ein Rückschlag und die zweite Niederlage in der laufenden Meisterschaft – wettbewerbsübergreifend sogar die zweite Pleite in Folge. Eine Viertelstunde vor Schluss brachte Mazzu mit Youndje, Keita und Sulejmani drei frische Kräfte – unter Druck geriet Beerschot allerdings auch danach nicht.
In der 87. Minute besorgte Plastun nach einer Standardsituation dann aber den Anschlusstreffer zum 1:2 – gejubelt wurde allerdings erst nach einem VAR-Check am Seitenrand. Im Anschluss warf Eupen noch einmal alles nach vorne, wollte unbedingt noch das 2:2. Fallen sollte es nicht mehr, es blieb stattdessen beim Sieg für Beerschot. Eupen beendet das Wochenende mit 15 Punkten auf Platz drei
Namen & Fakten
AS Eupen: Lejoly - Van Genechten, Paeshuyse, Plastun, Gavory (75. Youndje) - Fixelles (75. Keita), Delaurier-Chaubet, Caliskan (46. Nuhu), Nadje, Müller (67. Kikas) - Simakala (75. Sulejmani)
Tore: 0:1 Haj (44.), 0:2 Vula (61.), 1:2 Plastun (88.)

Kommentare
Kommentar verfassen
0 Comment
Sie müssen angemeldet sein, um zu kommentieren.
AnmeldenRegistrieren