„Sehr oft weiß ein Patient, der wegen eines sexuellen Problems zur Beratung kommt, gar nicht, dass er Diabetes hat. Wird die Krankheit behandelt, verschwinden häufig auch die sexuellen Beschwerden“, erklärt Leemans. Das Thema werde von Ärzten und Patienten zu selten angesprochen.
Ein dauerhaft erhöhter Blutzuckerspiegel kann Nerven und Blutgefäße schädigen. Mögliche Folgen sind Erektions- und Ejakulationsstörungen sowie eine verminderte Durchblutung der Geschlechtsorgane. Hinzu kommen hormonelle Veränderungen und chronische Müdigkeit. Auch psychische Faktoren spielen eine Rolle. „Insbesondere Leistungsangst, die Angst, keine Erektion zu bekommen oder keinen Orgasmus erreichen zu können“, erläutert Leemans. Ein geringes Selbstwertgefühl, Ängste und Depressionen könnten die Probleme verstärken. Chronischer Stress sei besonders problematisch, da der Körper dabei vermehrt Glukose produziere.
Entscheidend sei eine gute Behandlung des Diabetes. Neben Medikamenten und Insulintherapien empfiehlt die Expertin, auf Ernährung, Bewegung, Schlaf und Entspannung zu achten. Auch eine sexualtherapeutische Begleitung könne helfen.
Leemans setzt sich unter anderem für die gesetzliche Anerkennung und den Schutz der Berufsbezeichnung des Sexologen ein, die trotz eines entsprechenden Masterstudiengangs bislang nicht geschützt ist. (belga/nico)

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